Text-Bild-Ansicht Band 19

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anzuführen: als ich nämlich zum ersten Male das Wasser in den Lauf einlassen wollte, um die Weise zu beobachten, wie sich der Ausfluß machte, war ich ganz überrascht zu sehen, daß statt daß es aus dem Schuzbrette in parallelen Faden austrat, wie man gemäß der Sorgfalt erwarten durfte, womit man die inneren Wände des Laufes ausgeschweift hatte, sich das Wasser in einer sehr feinen Schichte von 10 bis 12° senkrechter Höhe über den Grund des Laufes erhob, indem es so seine Seiten-Wände verließ. Nachdem ich einige Augenblike über diese sonderbare Erscheinung nachgedacht hatte, erkannte ich bald, daß dieses einzig davon herrührte, daß die inneren Wände des Gefäßes gegen den Grund desselben geneigt waren, und mit diesem einen sehr spizigen Winkel an der Seite, und einen anderen an der Schleuse bildeten, wodurch das Wasser mit hinlänglicher Schnelligkeit ankam, um die Schichte zusammenzuziehen, und gezwungen wurde, sich im Laufe zu erheben.

In der Folge ließ ich zwei dreiekige Schienen verfertigen, die in, f g h, g'h' (Fig. 1. und 2.) vorgestellt sind, und eine Dike von 27 Millimeter bei 27 Centimeter an der Basis hatten; sie waren zu beiden Seiten des Schuzbrettes angebracht, so daß sie die Winkel, von denen die Frage war, einfaßten, und gleichfalls die Verlängerung des Laufes in dem Gefäße bildeten, obwohl sie unter sich mehr entfernt waren, als die Wände dieses lezteren: die Wirkung hörte bald auf, oder wurde so wenig bemerkbar, daß sie mit dem Rade zu arbeiten, und die Wasserschichte, welche dort eintritt, fast mit dem Grunde des Laufes parallel zu betrachten erlaubte; was unerläßlich ist, um den Stoß gegen die Krummen zu vermeiden.

18. Indem ich diese Einrichtung wählte, fanden sich die Umstände des Abflusses jenen ähnlich, die häufig in der Praxis vorkommen, wann die Wände des Laufes über das Schuzbrett hinaus verlängert sind, indem sie so einen engen Kanal von Seite des Rükhaltes bilden; aber, außer dem, daß diese Einrichtung die Erscheinung des Abflusses complicirt, indem sie von den gewöhnlichen Annahmen der Theorie abweicht, bietet sie auch noch den viel größeren Nachtheil dar, daß dem Wasser ein beträchtlicher Theil der Geschwindigkeit, welche es dadurch erlangte, daß man dem Eintritts-Kanale größere Breite gab, hierdurch entzogen wird: denn nicht nur lassen die Wände dieses Kanales dem Wasser, das dort circulirt, einen um so größeren Widerstand