Text-Bild-Ansicht Band 19

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Verlust an Geschwindigkeit, welcher für das Wasser dort entspringt, wo es auf das Rad wirkt.

20. Man weiß, daß, um die Quantität an Wirkung, die von einem hydraulischen Rade geliefert wird, zu schäzen, das einfachste Mittel dieses ist, von demselben ein Gewicht mit Hülfe eines Strikes oder Bindfadens heben zu lassen, welcher über eine Rolle geht und sich mit seinem anderen Ende über die Achse des Rades rollt: diese Quantität an Wirkung hat, in der That, das Product des aufgehobenen Gewichtes, vermehrt durch den passiven Widerstand, mit der Höhe, zu welcher es in der Einheit der Zeit erhoben wurde.

Die Erhöhung der Rolle über das Rad betrug ungefähr 8 Meter; diese Rolle hatte selbst 9 Centimeter im Durchmesser, und befand sich fast senkrecht über der Achse des Rades, worüber sich der Faden von 2 bis 3 Millimeter Durchmesser aufrollte. Dieses Gewicht befand sich in einem kleinen Sake von Tuch, den man vorläufig gewogen hatte.

Vor allem mußte man den Widerstand, welcher der Luft und der Steife des Fadens, so wie der Reibung der Zapfen zukommt, für die verschiedenen Geschwindigkeiten des Rades approximativ bestimmen: man verschloß folglich die Wanne hermetisch, und nachdem man nach und nach verschiedene Gewichte in den Sak gebracht hatte, erhob man diesen zur möglich größten Höhe, indem man den Faden um die Achse des Rades rollte, so daß das Gewicht beim Herabsteigen dieses Rad in der nämlichen Richtung herumdrehte, als wenn es auf einfache Weise durch das Wasser bewegt würde. Man ließ dann das Rad 10 ganze Umdrehungen machen, damit es beinahe eine gleichförmige Bewegung unter der Wirkung des Gewichtes erlangte; der Anfang und das Ende jeder Umdrehung wurden sehr genau durch einen Zeiger am Zapfen der Achse angezeigt.

Dieses vorausgesezt, zählte man mehrmals die Zeit, welche das Rad brauchte, um genau eine gewisse runde Zahl von Drehungen zu machen, die im Allgemeinen 200. 25 betrugen. Man entwarf sich hiernach eine Tabelle der verschiedenen Geschwindigkeiten, welche das Rad bei den im Sake befindlichen Gewichten annahm; wenn nun die Bewegung jedes Mal zur Einheit gekommen war, waren diese Gewichte genau jene, welche ins Gleichgewicht sezten, oder alle vereinigten Widerstände des Rades darstellten, wenn es leer geht.