Text-Bild-Ansicht Band 19

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Wann man dann das Rad mittelst des Wassers ein gewisses Gewicht aufheben ließ, trug man Sorge, diesem Gewichte dasjenige beizufügen, was, in der Tabelle, der einförmigen Geschwindigkeit entsprach, welche dieses Rad genommen hatte, und man erhielt so das ganze aufgehobene Gewicht, die Widerstände mit einbegriffen.

Diese Methode, die von verschiedenen Männern angewendet wurde, ist doch noch immer nicht in ganz mathemathischer Strenge genau genug; denn da das Rad eine Kraft von Seite des Wassers erleidet, wann es durch dieses bewegt wird, und da der Sak dann mehr sich belastet findet, als wenn er leer geht; so ist einerseits die Spannung, und folglich die Steife des Fadens stärker, und auf der anderen Seite ist der Druk und die Reibung über den Rollen verändert. Es würde ohne Zweifel sehr schwierig seyn, auf diese lezteren Ursachen in den Versuchen Rüksicht zu nehmen, welche sehr vervielfältigt werden müssen; aber glüklicher Weise gibt es Abziehungen und Ergänzungen, welche die Total-Summe der Widerstände in den verschiedenen Fällen vermindern; eine Summe, welche überdieß viel schwächer ist, als der Widerstand, der sich aus den Versuchen über das leere Rad ergab.

21. Um einen Begriff von der Weise zu geben, nach welcher wir beständig zu Werke gingen, und um den Grad von Sorgfalt und Genauigkeit in den Versuchen würdigen zu lassen, wollen wir das Detail von einigen derselben liefern, und daraus die strenge Bestätigung mehrerer interessanter Puncte der Theorie herleiten. Wir werden z.B. eine Reihe von Versuchen wählen, die sehr weit getrieben wurden, um die Geseze kennen zu lernen, nach welchen die Wirkungen der Räder mit krummen Schaufeln vor sich gehen, wann man sie verschiedene Geschwindigkeiten unter verschiedenen Lasten annehmen läßt. Bei allen diesen Versuchen wurde die Oeffnung des äußeren Schuzbrettes zu 3 Centimetern erhalten, und die Höhe des Niveaus des Wassers in dem Behälter über dem Aussprunge dieses Schuzbrettes entfernte sich nicht merklich von 234 Millimetern; der Aufwand an Wasser wurde für die Secunde zu 3,8942 Liter nach wiederholten Versuchen befunden. Man versicherte sich überdieß, daß jede Umdrehung des Rades genau 0,m 2188 des Fadens entwikelte, d.h., daß das Gegengewicht sich zu dieser Höhe für jede Umdrehung des Rades erhob, um dahin zu gelangen, hatte man