Text-Bild-Ansicht Band 19

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überdieß die Einrichtung des Behälters, des Schuzbrettes und des inneren oder äußeren Laufes nicht geändert wurde, so ist man noch immer berechtigt, einen großen Theil dieser Unterschiede auf Rechnung der Fehler zu sezen, welche bei Schäzung der Oeffnung der Schleuse begangen wurden, und folglich die Umstände und Geseze des Ausfließens des Wassers in jeder Hinsicht als genau ähnlich zu betrachten, d.h. mit anderen Worten, daß wir für alle Fälle die Geschwindigkeiten des Wassers, welche dem nämlichen Falle und der nämlichen Höhe des Schuzbrettes zukommen, als dieselben annehmen können. Wenn man ferner in der Folge dahin kommen wird, aus diesen Versuchen das Maß der Quantitäten der Wirkung des Wassers abzuleiten, wird man Sorge tragen, die verschiedenen Ursachen zu erörtern, welche die Schlußfolgen schwächen oder bestätigen können, welche man daraus folgern will, und welche den Gegenstand dieser Abhandlung ausmachen.

34. Wir haben bereits gezeigt, wie es uns gelang, im Allgemeinen mit genügender Approximation, den Verbrauch an Wasser in einer Secunde, unter verschiedenem Falle und bei verschiedenen Oeffnungen des Schuzbrettes zu bestimmen; es bleibt uns noch übrig zu erklären, wie wir hier verfuhren, um die Geschwindigkeit am Rade zu erhalten.

Das gewöhnlich gebräuchliche Mittel besteht, wie man weiß, darin, sich eines sehr leichten Drehkreuzes zu bedienen, das auf dem Strome angebracht ist; da aber dieses Mittel in dem gegenwärtigen Falle nicht ohne Unbequemlichkeit ist, und überdieß einige Ungewißheit über das Maß der mittleren Geschwindigkeit läßt, so bedienten wir uns der Methode der Durchschnitte, die ohne Widerrede den Vorzug verdient, da man den Ausfluß des Stromes kennt. Da wir übrigens den Durchschnitt des Wassers mit aller möglichen Genauigkeit erhalten wollten, ließen wir uns eine Art von Kämmen machen, von der in Fig. 8. angedeuteten Form. Diese Kämme bestehen aus einem prismatischen Stüke Holz, AB, welches eine hinlängliche Länge besizt, um sich an den Enden auf dem oberen Theile der senkrechten Seitenwände, ab, und, cd, des Laufes oder Kanales stüzen zu können. Dieses Stük ist an zweien seiner Seiten mit verschiedenen in einer Entfernung von 4 bis 5 Mill. stehenden Löchern senkrecht durchbohrt, welche Löcher gerade Stifte aus Eisendraht aufnehmen, deren untere zugespizte Enden bestimmt