Text-Bild-Ansicht Band 19

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wirkt, und da es in der Praxis sich oft zuträgt, daß man sie mit den Quantitäten der Wirkung vergleicht, die dem ganzen Falle des Wassers zukommen, welcher vom Niveau des Behälters bis zum Grunde des Rades reicht, so müssen wir die Sachen unter diesem lezteren Gesichtspuncte prüfen.

57) Wir machten schon (18) bemerklich, daß man, durch eine schikliche Einrichtung des Schuzbrettes und des Laufes unsers Apparates, leicht bewirken kann, daß das Wasser beim Austritte aus der Schleuse eine Geschwindigkeit erlangt, welche jener gleich ist, die ihm nach der Theorie zukommt, und keine merkliche Zusammenziehung an den Seiten und dem Grunde des Laufes veranlaßt; es bleibt uns daher nur noch der Verlust an Geschwindigkeit zu untersuchen, welcher allein durch die Reibung des Wassers gegen die Wände des Laufes verursacht werden kann.

Diese Frage würde ganz gelöset seyn, wenn man mit Bossut annehmen wollte, daß die Neigung von Einem Zehntel, die man dem Laufe gegeben, nothwendig ist, um dem Wasser fortwährend den Verlust an Geschwindigkeit zu ersezen, welchen es durch die Reibung erleidet; allein, man darf nicht vergessen, daß die Versuche von Bossut sich nur auf Wasserschichten von 1 bis 2 Zoll Dike, bei 5 Zollen Breite beziehen, bei Geschwindigkeiten, welche nie kleiner waren, als 2m,50, und auch nie bis auf 4 Meter stiegen: es scheint aber aus vielen anderen Versuchen hervorzugehen, daß die Vergrößerung der Wassermasse und die Verminderung der Geschwindigkeit derselben einen sehr großen Einfluß auf die Schwächung des Widerstandes durch die Reibung haben.

58) Die Betrachtung der achten Columnen der Tabellen der Artikel 37 und 44. führt zu einer ähnlichen Folge: denn die Zahlen dieser Columnen zeigen deutlich, daß die Abnahme der Geschwindigkeit des Wassers, bei seinem Durchgange quer durch den Lauf, um so viel geringer ist, als der Durchschnitt größer, und seine Geschwindigkeit schwächer ist; man muß selbst bemerken, daß das Gesez, das unter diesen Zahlen herrscht, für jede Oeffnung des Schuzbrettes eine niedrigere Gränze bestimmt, die groß genug für die Abnahme der Geschwindigkeit des Wassers im Laufe in Folge der Widerstände ist; denn, wenn man z.B. H, oder die Höhe des Falles als unbegränzt in der Formel des Artikels 48. annimmt, welche diese Zahlen für eine Oeffnung