Text-Bild-Ansicht Band 19

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Fabrik, der in verschiedenen böhmischen Hütten gearbeitet hat, versicherte, er wolle auf diesem neuen Glasleger das Schok eher für 7 Gr., als auf dem gewöhnlichen Glasleger für 11 Gr., welches der gewöhnliche Arbeitslohn ist, arbeiten, und bloß deßhalb, weil er jezt keine Glasleger mehr zu machen brauche. Die Darstellung der gebräuchlichen Glasleger ist so schwierig und gefährlich, daß Beispiele nicht selten sind, wo Arbeiter bei jener Arbeit, auf der Stelle den Tod fanden; gewöhnlich wurden sie durch diese Beschäftigung mit Bluthusten behaftet, und unbrauchbar für die Hüttenarbeiten.

Die Masse, aus welcher der verbesserte Glasleger dargestellt wird, ist köllnischer Pfeifenthon; dieser wird durch Stampfen zerstoßen, gepülvert mit Wasser benezt, und zwei Wochen lang sich selbst überlassen. Nach dieser 14tägigen Ruhe wird er nunmehr zur Bearbeitung brauchbar, gut durchgeknetet, in eine dazu gefertigte Form von Holz, die 1 1/2 bis 4 Quadratfuß groß ist, festgeschlagen. Die obere Lage, welche Glätte und Politur erhält, ist 1/4 Zoll stark; sie wird aus gleichen Theilen Thon und fein gepülvertem Kieselsteine gemengt, und auf die eingeschlagene Thonmasse fest übergetragen. Das Kieselsteinpulver ist zur obern Schicht ganz unentbehrlich, indem es die nöthige Härte und Politur bewirkt und macht, daß der Leger Hize und Kälte, ohne zu zerspringen, ertragen kann. Ist der Leger so weit fertig, so muß derselbe während 14 Tagen, täglich einige Stunden lang, mittelst eines Stükes Buchenholz, welches sehr glatt geschnizt seyn muß, polirt werden, und die Zeit über austroknen. Darauf brennt man denselben in einem Temperirofen 12 Stunden lang, damit er gehörig hart werde, und umlegt ihn mit einem gegoßnen eisernen Rahmen von 1/4 Zoll Stärke, an welchem an der einen Seite ein kleiner eiserner Ring befestigt ist, der dazu dient, den Leger mittelst eines eisernen Hakens in den Kühlofen hineinzustoßen und wieder herauszuziehen.

Da der Glasfabrikant Herr Lippert ein Modell seines neuen Glaslegers, nebst Beschreibung der Anfertigung desselben, an Ein hohes Ministerium eingesendet hatte, so beauftragte der Herr Minister die technische Gewerbedeputation, über diese Verbesserung einen gutachtlichen Bericht abzugeben. Ein Versuch im Großen, um den Werth dieses neuen gegen den gewöhnlichen Glasleger zu ermitteln, konnte nicht angestellt werden; es wurden