Text-Bild-Ansicht Band 19

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zumahl, wenn sie mit der Hand getrieben wird, viele Ungelegenheit machen wird. Die Röhre aus Zinn-Composition (pewter),167) zur Dampfleitung findet es gefährlich, indem der Essig zu stark auf diese Composition wirkt: in den großen Essigsiedereien in der Nähe von London sind diese Röhren aus Zinn mit etwas Kupfer. Die Reiser werden auf den Geschmak des Essiges nachtheilig wirken.

Da endlich 15 bis 20 Tage zur Essigbereitung nach diesem Verfahren nothwendig sind, so läßt sich nicht einsehen, in wiefern diese Methode besser seyn sollte, als die höchst einfache und wohlfeile Verfahrungs-Weise, welche Boerhaave uns vor 100 Jahren lehrte, und bei welcher, nach Vauquelin, nur 12 bis 15 Tage nöthig sind.168)

CXXXI. Noch einige Bemerkungen über die verschiedenen Arten der Flachs-Bewirthschaftung in Ireland. Von Wilh. Salisbury.

Aus Gill's technical Repository December. 1825. S. 353.

(Im Auszuge.)

„Da die in der Rinde der Flachspflanze von den Blättern zur Wurzel herabsteigenden Saftgefäße, welche die Fasern bilden, nothwendig, nach der Anhäftung der Blätter, von verschiedenen Längen sind, und dieser Unterschied an einer und derselben Pflanze von 1 bis 20 Zoll, und noch mehr, beträgt, so wird man finden, daß, wenn man einen Büschel Flachsstängel in der Hand hält, man zwischen der Hand und dem Wurzel-Ende weit mehr Fasern hat, als von dieser gegen die Spize hin. Nun hält man aber, wenn der Flachs geröstet, getroknet, und

167)

Pewter ist bald Zinn und Blei, bald 1 Theil Spießglanz, und 9 Theile Zinn. A. d. Ueb.

168)

Der Hr. Verf. gibt das Verfahren nicht an, wie er seinen Essig bereitet, sondern nur seine Vorrichtung dazu. Eine Mengung von 5 Theilen warmen Wasser, einen Theil Branntwein, mit Zusaz von etwas in dem Wasser vorher gelösten rohem Weinstein, und der Hälfte der Menge schon gebildeten Essiges, geht bei einer künstlich unterhaltenen Temperatur von 28–30° Reaumur (97–100 Fahrenheit) in 6 bis 8 Tagen vollkommen in Essig über. D.