Text-Bild-Ansicht Band 19

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bloß mit der Hand gereinigt, wodurch ich, nach oft wiederholten Versuchen, immer Ein Viertel des angewendeten Gewichtes Flachsstängel an Haar oder Flachs von der besten Quantität erhalte. Zehn Zentner ist daher der gewöhnliche, ich könnte sagen, der Durchschnitts-Ertrag Eines Acre Landes an feiner Flachs-Faser oder Haar nach meiner neuen Methode; denn ich habe öfters 12 1/2 Zentner geerntet.“

„Der holzige Theil des Flachsstängels, welcher nach Beseitigung des Faserstoffes übrig bleibt, enthält Zuker, Gärbestoff, Pflanzenschleim etc., und gibt folglich ein nahrhaftes Futter für das Vieh. Einer der besten Thielärzte unseres Landes versicherte mich, daß, nach einer Reihe von ihm hierüber angestellter Versuche, der holzige Theil des Flachses, als Pferdefutter, immer den halben Hafer-Preis werth ist.“

„Der Landmann verbessert also den Boden, wenn er den Flachs auf dem Aker troknet; er erhält Samen zum Anbaue, und der Ueberrest gibt ihm Oehl; er erhält ferner eine bedeutende Menge Pferdefutter,169) und zugleich mehr und feineren Flachs nach meiner Methode.“

„Nun heißt es aber in dem Report of the Irish Linen Board S. 35, daß, in demselben Jahre, in welchem ich auf dieser Insel meine Versuche in Munster machte, im J. 1823, 22 Bündel Flachs, wovon jeder 20 Pfd. wog, also 440 Pfd. roher Flachs, auf den Schwing-Mühlen 4 Stones (hier zu 16 Pfd.) und 14 Pfd., oder Ein Fünftel170) und 14 Pfd. Haar gaben. Nach meiner neuen britischen Methode erhält man aber Ein Viertel Haar; man hat also auf den Mühlen 38 Pfd. bei dieser geringen Menge verloren, denn

169)

Da das Holz des Flachses außerordentlich leicht ist, und den Pferden leicht in die Nase kommen könnte, so muß man dasselbe bei dem Füttern anfeuchten. Man mengt es mit Hafer, wie den Häkerling, oder füttert auch das Vieh damit, indem man es mit den schlechteren eingeweichten Leinsamen mengt, so daß man Ein Pek Samen auf zwei Bushels Flachsholz rechnet, und einige Gallons siedendes Wasser zurichtet, wodurch man einen Brei erhält, der das Vieh gut mästet. A. d. O.

170)

Dieses Fünftel würde noch geringer ausgefallen seyn, wenn man den Verlust bei dem Rösten hätte mit in Anschlag nehmen können.

A. d. Ueb.