Text-Bild-Ansicht Band 78

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Handdrukerei.

Beim Druken der Waare trifft man mancherlei gute Vorrichtungen, mitunter auch manche Spielereien an.

Das Druken mehrerer Farben mit einem Model, welches sich vorzüglich für Bodenwaaren und für besonders dafür eingerichtete Streifmuster u. dergl. mehr eignet, findet sich fast überall vor. Es geschieht dieses dadurch, daß auf dem Siebe (Chassis) vor dem Druk zwischen jede einzelne Farbe ein schmales Streifchen Tuch gelegt, und mit etwas in Terpenthinöhl geschmolzenem Wachs überzogen wird, so daß es an dem Siebe fest klebt, und das Ineinanderfließen der Farben verhindert, ohne von ihnen aufgelöst zu werden. Statt daß der Streicher hiezu wie gewöhnlich eine Bürste oder ein mit Tuch überzogenes Querholz ist, wie lezteres hier nicht allein zum Irisiren, sondern häufig auch für anderen Druk verwendet wird, ist es für diesen Druk ein in Walzen geschnittenes Holz, Fig. 27, wovon jede einzelne Walze, auf der unteren Seite mit Tuch überzogen, in jede einzelne Farbenabtheilung paßt.

Nach dieser Art werden einige Wollenmuster in der Fabrik von Walter Crum gedrukt, wo zuerst auf einmal die 4 dunkeln, und dann die 4 hellen Farben gegeben werden.

Bei Lloyd und Price: eine eigene Vorrichtung an den Druktischen zum Druken der Waare, wobei ich keinen besonderen Vortheil einsehe. Es besteht diese in angebrachten geheizten Metallcylindern, Fig. 28. a ist die geheizte Walze; auf die Walze b wird die getroknete Waare aufgerollt. Die Zeichnung stellt zugleich einen englischen Druktisch vor. Druktische, Gestelle für Chassis, Drukschlegel u.s.w. sind in England durchgehend von Gußeisen.

Bei Schwabe und Comp. an einigen Druktischen angebrachte Selbststreicher zeigt Fig. 29 a; ein solcher wird durch die Bewegung zweier mit einigen Zähnen besezten Rollen von b hin, und von c wieder zurük getrieben, und es fließt auf ihn aus einem Farbenbehälter nach Maaßgabe des Musters Farbe nach. Der Druker scheint bei dieser Vorrichtung mehr damit zu thun zu haben, als daß der Selbststreicher Ersparung gewährte.

Von mehr Nuzen als jene beiden Vorrichtungen, besonders beim Schafwollen- und Calicodruk, der häufig an langen Druktafeln vollzogen wird, sind die am Druktische angebrachten Eisenbahnen Fig. 30, wonach nicht nur das Chassis, sondern der Streicher selbst auf der Bahn vorwärts schreitet, immer dem vorauseilenden Druker nach.

An einem langen Tische für Wollendruk findet man bei Walter Crum sogar zwei Druker mit zwei Locomotiven. Die Locomotive