Text-Bild-Ansicht Band 78

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Maschine gedrukten, theils zum Abtroknen der grundirten Waare, sind in Gestalt, in Höhe und Länge, je nach der Localität verschieden, und im Ganzen nichts anders, als ein Raum, der ohne daß ein Theil in ihm einem übermäßigen Grad von Hize ausgesezt würde, was bei andern Trokenanstalten (wie bei Ofen- und Röhrenheizungen) fast immer der Fall ist, in eine ziemlich hohe Temperatur gebracht werden kann. Sie bilden daher nichts Anderes, als ein Heizen mit erwärmter Luft. Die Temperatur wird gewöhnlich nicht höher als 40 bis 45° R. gesteigert. Man ist gerade nicht sehr sorgfältig in der Manipulation beim Abtroknen der grundirten Waare jeder Gattung, findet jedoch immer sehr starke Mordants vortheilhafter als schwächere, weil durch jene Streifen und Ungleichheiten ganz vermieden werden.

Die Hängen in den Türkischrothfärbereien sind denen in der Schweiz, fast analog. Ein gutes Mittel, die in der ersten Zeit feuchte, und das Troknen hindernde Luft hinwegzuschaffen, fand Baumgartner in Middleton, durch eine ungefähr 1 1/2 Fuß im Durchmesser haltende blecherne Röhre Fig. 33, die in ein oder zwei Eken des Trokenzimmers senkrecht ausgestellt, eine verschließbare Oeffnung hat. Sie selbst ist unter dem Boden aber fortgeleitet, und mündet in einen Kamin aus. Dadurch wird ein sehr starker Zug hervorgebracht, und man troknet in diesem Etablissement auf solche Art in einem nicht großen Raume 900 Pfd. mit Oehl gebeiztes Garn in 3 Stunden. Das Trokenzimmer ist dabei stets niedrig.

Die Farben für den Druk werden durchgängig mit Dampf gekocht. Gewöhnlich sind die Kessel fest und unbeweglich, daher unbequem zum Ausgießen der Farbe und zum Reinigen. Die freistehenden, die von den Dampfröhren selbst getragen werden, und sich um ihre halbe Achse bewegen lassen, haben die aus Fig. 34 ersichtliche Gestalt. a, a, a, a sind darin gut schließende Stopfbüchsen, in denen die Kessel b, b sich um die halbe Achse drehen lassen. Das Uebrige sind Dampfröhren.

In den Färbereien sind meist alle Gefäße von Gußeisen. Die Kufen für Säuren, saure Salze, Chlor- und Chromverbindungen u.s.w. sind meist von Stein, und dadurch von langer Dauer. Alle Waaren ohne Unterschied, wohin auch Türkischroth gehört, werden mittelst Dampfheizung gefärbt. Die Türkischrothfärbereien, und viele andere Fabriken, verarbeiten meist türkischen Krapp, und haben dafür ihre eigenen Krappmühlen. Sonst wird noch viel französischer und holländischer Krapp consumirt.

In den Blaufärbereien sind die Küpen alle vierekig, gewöhnlich 10 Fuß tief, sehr häufig von Stein, hin und wieder auch