Text-Bild-Ansicht Band 78

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von Eisen. Gewöhnlich werden zwei Stüke auf einmal aufgespannt darin gefärbt. Noch häufiger wird jedoch nach Art des Kühkothens über Rollen gefärbt, welches auch ausschließlich mit dem Fayenceblaufärben der Fall ist. Wood und Wright haben die größte Fayence-Färberei. Es stehen 27 Küpen in zwei Reihen neben einander; gewöhnlich werden 4 Stüke zusammengenäht, die abwechselnd von c, Fig. 35, auf die Walze d, und von der Walze d auf die Walze a 30 bis 40 Minuten lang in jede Küpe hineingehaspelt werden. In demselben Locale haben sie 8 Indigoblauküpen für Dunkelblau neben einander stehen, worin in jeder die Waare bis zum Gutfärben einen Zug erhält.

Bei Wood und Wright findet sich auch eine Vorrichtung, das gewöhnliche Malerblau auf ziemlich leichte Weise zu druken. Sie gründet sich auf dasselbe Verfahren, welches Kurrer schon vor 20 Jahren ausübte, nämlich: statt die Farbe auf das Sieb zu streichen, liegt das Sieb hier unmittelbar auf der Farbe straff aufgespannt. Lezteres besteht aus einem ganz leicht durchdringlichen Zeuge (Flanell), so daß, wenn der Druker die Form einbringt, die Farbe durch das Zeug dringt, und wenn er sie wieder wegnimmt, wieder unter das Zeug zurüksinkt, wodurch die Oxydation der Farbe verhindert wird. Es versteht sich von selbst, daß der Druker in dieser Art zu druken eingeübt seyn muß. Wenn übrigens für große Massen beim Möbeldruk, welche auf diese Art gedrukt werden, die Fläche nicht ganz vollkommen rein ausgeglichen ist, so erscheint sie nichtsdestoweniger reiner, als durch das Einmalen mit dem Pinsel.

Gedämpft wird immer noch meist auf Cylindern, weil man bei Kattunen diese Art dem Dämpfen in den Kästen vorzieht.

Die Appretur wird auf den Trokenmaschinen gegeben, die meistentheils aus Zinncylindern bestehen. Weiße Waaren, die für den Verkauf bestimmt sind, werden gewöhnlich sehr stark gestärkt, und im trokenen Zustand die Appretur auf Riesenmangen gegeben, von welcher Größe sie sonst nirgends angetroffen werden. Bei den Trokenmaschinen, und wo es nur möglich, und eine Waare zu legen oder zu falten ist, geschieht dieses gewöhnlich durch die Maschinen selbst auf die mannichfaltigste Weise.

Es verdienen auch noch angeführt zu werden: die ungeheuren Schornsteine, von denen oft mehrere in einen geleitet werden, und dieser auf eine in der Nähe befindliche Anhöhe gesezt wird; dann die vorzüglich gut zubereiteten Farbholzextracte, nicht im concreten, sondern im liquiden Zustande, die zu den hauptsächlichsten Hülfsmitteln gerechnet werden, wodurch England so lange vorzugsweise vor uns in den Dampffarben excellirte. In den meisten Fabriken sind