Text-Bild-Ansicht Band 78

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auch Leute aufgestellt, bloß zur Durchsicht der Waare nach fast jeder Operation, die alles Anstößige ausschießen, und ein Comité aus dem Fabrikanten, Coloristen u.s.w. entscheidet über die Strafen in dieser Beziehung.

Daß alle Fabriken mit Gas beleuchtet werden, sezen wir als bekannt voraus.

Was übrigens die Ausführung und den Geschmak bei feinen Modemustern anbelangt, gestehen die englischen Fabrikanten selbst, daß ihnen die Franzosen, so wie mehrere andere Fabriken des Festlandes überlegen sind; eben so daß man in diesen Etablissements weit häufiger gründliche Chemiker und geschiktere Zeichner findet, wodurch die Erzeugnisse sowohl in Beziehung auf Kunst als Solidität und Geschmak stets vorwaltend sind.

Die Kattunfabriken in Schottland liegen meist an fließenden Wassern, was in England nicht zu finden ist. Sie haben vor den englischen dieß voraus, daß die Beschaffenheit ihres Landes sie besser zur Fabrication geeignete Orte wählen ließ, ohne sie von einer Centralstadt, wie Glasgow ist, gar zu weit zu entfernen. Die Glasgower Fabriken befinden sich in einiger Entfernung von der Stadt, einige fast im Hochlande. Sie liegen besonders zahlreich an einem kleinen Flusse, der aus dem See Loch-Lomond in dem Clyde fließt, dessen Wasser seiner Reinheit wegen berühmt ist. An diesem Flusse liegt auch die schöne Türkischrothfärberei von Ewing und Comp.

Die Schotten sind im Allgemeinen wie in Allem, so auch in ihrem Kattundruk hinter den Engländern zurükgeblieben. Besonders druken sie viel schlechter, wenn auch sonst die Fabricate gleich gut wären. In der Einrichtung stehen sie den Engländern kaum nach; sind aber, einzelne ausgenommen, meist nur Nachahmer derselben, ohne Eigenes zu thun. Ausgezeichnet haben sie sich vorzüglich in Türkischroth.

Die Flachpressen (Flat-Presses) sind Maschinen zum Druken für Hals- und Schnupftücher mit flacher Kupferplatte.

Die Aezpressen (Discharging-Presses) sind Maschinen, in welchen die zuvor schon Uni gefärbte Waare in Hals- oder Schnupftücher zusammengefaltet, zwischen zwei Bleiplatten, in welchen die Dessins durchlöchert erscheinen, gepreßt, und durch Eingießen einer äzenden Flüssigkeit (Discharging Liquor), wie Chlorkalk in liquider Form und mit Wasser stark diluirte Schwefelsäure, die ausgesparten Figuren entfärbt werden, und daher weiß erscheinen, oder auch gelbe Figuren erzielt werden, wenn Bleiauflösungen angewendet, und nachheriges Ausfärben im sauren chromsauren Kali stattfindet. In der Fabrik von Monteith Walker und Comp. waren im Jahre