Text-Bild-Ansicht Band 78

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1839 sechzehn solche Pressen zum Aezen der türkischrothen Waaren in einer Reihe aufgestellt.22)

Die Oehlbeizen für Türkischroth werden hier alle mit Grundirmaschinen gegeben, wovon über ein Duzend neben einander stehen, die durch mechanische Kraft in Betrieb gesezt werden. Die Oehlbeizen befinden sich in einem erwärmten Zimmer ober den Grundirmaschinen, werden mechanisch stets gerührt, und es fließt nur so viel Beize hinab, als das Stük Waare consumirt.23)

Das Färben der Waare wird mittelst Dampf betrieben. Die Dekel der Farbekästen gehen bis zum Dach des Farbhauses, wodurch lezteres völlig dampffrei bleibt.

In der Türkischrothfärberei von Ewing und Comp. geschieht das Auswinden der Oehlbeizwaare dadurch, daß der Beizer das Stük ganz einfach durch ein an dem obern Theile seiner Beizschale angebrachtes Loch wie beim Drahtziehen durchzieht, wodurch, weil das Loch sehr enge ist, die Flüssigkeit in die Beizschale zurük gepreßt wird.

In den schottischen Bleichen wird alles Wasser, selbst das reinste, nur filtrirt verwendet.24) Die Druktische trifft man sehr häufig von Sandstein mit hölzernen Gestellen an.

Seit dem Zwiste mit den Drukern (1834) sind in Schottland viele Frauen zum Druken angestellt worden. Die Irländer haben seit mehreren Jahren ebenfalls Drukerinnen. In England konnte man es aber mit den Männern bis jezt nicht durchsezen, weibliche Individuen beim Druken anstellen zu können.

Kein Land der Welt erzeugt eine solche Masse gedrukter Baumwollenstoffe, als Großbritannien. Man kann dermalen das jährliche Erzeugniß auf 10 Millionen Stüke, das Stük zu 28 Yards annehmen. Manche Drukereien produciren jährlich mehrere hunderttausend Stüke, und einige Häuser, denen mehrere Fabriken gehören, können, wenn Begehr dafür eintritt, eine Million Stüke liefern. Es ist jedoch hiebei zu berüksichtigen, daß auch sehr viele geringe und falschfärbige Waare fabricirt wird, weil zum Theil für Gegenden gearbeitet

22)

Die Aezpressen bei den HHrn. Monteith und Comp. wurden eingeführt, ehe das Verfahren, türkischrothe Zeuge durch Aufdruken von Weinsteinsäure und Passiren in der Chlorkalkküpe weiß zu äzen, entdekt und bekannt war; man findet eine Beschreibung derselben im polytechn. Journal Bd. XII. S. 72. Die genannte Fabrik scheint sich dieses Apparates nur deßwegen noch immer zu bedienen, um aus dem bedeutenden Capital, welches auf die höchst zwekmäßige und solide Herstellung desselben verwendet wurde, den möglichsten Nuzen zu ziehen.

A. d. R.

23)

In den bedeutendsten Türkischrothfärbereien der Schweiz ist schon seit mehreren Jahren dasselbe Verfahren gebräuchlich. A. d. R.

24)

Solche Filtrirapparate sind im polytechn. Journal Bd. LXVII. S. 140 beschrieben. A. d. R.