Text-Bild-Ansicht Band 78

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stehen: ist das Stük 3 Mödel breit 6 1/2 Den. (19 1/2 kr. rheinisch), 4 Mödel 8 Den. (24 kr.), 5 Mödel 9 Den., 6 Mödel 10 Den. Die meisten Mödel sind daher sehr breit und auf 3 Reihen eingerichtet. Die Formschneider verlieren an ihrer Kostspieligkeit durch die unbegreifliche Schnelligkeit im Arbeiten; auch wird ihnen leztere dadurch erleichtert, daß alle Mödel von einer Art Ahorn oder Platane (englisch plane tree) gemacht werden. Das Holz wird aus dem schottischen Hochlande bezogen, indem das der Höhe dem des Flachlandes vorgezogen wird. Es ist für die feinste und zarteste Stecherei geeignet. Für Oesterreich, Bayern und die Schweiz dürften die Tyroler- und Schweizer-Gebirge dasselbe von gleicher Güte liefern.

In sehr vielen Fabriken Englands, welches in Schottland nicht der Fall ist, trifft man gar keine Taglöhner, sondern alles wird nach der Anzahl der Stüke bezahlt: Bleicher, Färber, Wascher, Manger u.s.w. Man nimmt dabei an, daß eine große Ersparung dadurch erwachse, und durch große Aufsicht, Strenge und Geldstrafen das Hudeln sehr leicht verhindert werde.

Ein anderer kostspieliger Artikel, besonders in England, sind zwar die Maurer, wo einer häufig wöchentlich 1 1/2 Pfd. St. verdient. Die englischen Fabrikanten wissen sie aber bei ihren Bauten möglichst entfernt zu halten, indem sie ihre Gebäude selten massiv herstellen, statt Mauerwerk im Innern gußeiserne Säulen, und selbst den äußern Theil erlaubt das gelinde Klima leichter als bei uns aufzuführen.

3) Einen weitern wesentlichen Vortheil: die Ersparung der Handlöhne, bieten die Maschinen dar, welche einfacher für Führung simpler Arbeiter eingerichtet sind, als bei uns. So wird z.B. eine 6 Farbenwalzendrukmaschine durch 2 gemeine Arbeiter versehen, denen nur noch zwei Knaben, die noch ein halb Duzend andere Maschinen im Ab- und Zutragen zu bedienen haben, beigegeben sind. Eine solche Maschine wird in derselben Zeit in Gang gebracht, als man bei uns eine zweifarbige in Betrieb sezt. Auch sind die Arbeiter sehr geschikt in der Nachahmung von jeder Art des Handdruks durch ihre Maschinen. Man sieht z.B. mit der Drei- und Vierfarbenmaschine Vordruk, Eindruk und Dekfarben zugleich druken; eben so Weißpapp und Chromorangepapp für Dunkelblau, dann die schwersten und dunkelsten Catechudeker u.s.w., viel auf dem Rouleau druken, wofür häufig ganze Walzen aus freier Hand gravirt werden, wie denn überhaupt das Graviren aus freier Hand in England viel mehr als auf dem Festlande vorkommt.

4) Zu den Hülfsmitteln, die zur Wohlfeilheit brittischer Drukwaaren beitragen, gehört noch die gute Haushaltung in den Fabriken selbst. Sehr viele Fabrikanten bereiten sich z.B. ihr Wachstuch für