Text-Bild-Ansicht Band 78

Bild:
<< vorherige Seite

Die Galvanoplastik beruht auf der bekannten Eigenschaft der elektrischen Ströme, beinahe alle zusammengesezten Stoffe in ihre Bestandtheile zu zerlegen, besonders aber die Metalle aus ihren Verbindungen zu reduciren. Diese Eigenschaft kannte man schon seit dem Anfange dieses Jahrhunderts, man schenkte aber dem Aggregatzustande, in welchem sich die Metalle reduciren (gewöhnlich erhielt man sie in Pulverform, in kleinen Blättern oder warzenartig zusammengewachsenen Massen), nur wenig Aufmerksamkeit; jezt kennt man aber wenigstens die Bedingungen, unter welchen das Kupfer sich aus seinen Auflösungen unmittelbar zu regelmäßigen cohärenten Platten reduciren oder nach vorher bestimmten Formen bilden läßt.

Die galvanischen Säulen- oder Trogapparate, bei welchen Zink, Kupfer und eine Säure angewandt wird, sind zu technischen und auch zu vielen wissenschaftlichen Zweken deßhalb nicht anwendbar, weil sie in ihrer Wirksamkeit sehr veränderlich sind und ihre Kraft schon nach kurzem Gebrauche bedeutend abnimmt. Deßhalb kamen in neuerer Zeit Apparate in Gebrauch, bei welchen die beiden verschiedenen Metalle nicht in eine und dieselbe, sondern in zwei verschiedene Flüssigkeiten tauchen, die von einander durch eine poröse Scheidewand getrennt sind, welche dem elektrischen Strome Durchgang gestattet. Fig. 7 zeigt die Einrichtung eines solchen Apparates; a, b, c, d ist ein Behälter, welcher durch die poröse Scheidewand e, f in zwei Zellen getheilt ist; die eine Zelle, mit einer verdünnten Säure oder einer Salzauflösung gefüllt, enthält die Zinkplatte Z, die andere aber, worin sich die Kupferplatte K befindet, eine Auflösung von Kupfervitriol oder sonst einem Kupfersalze. Beide Platten werden durch eine Leitung verbunden und bilden so eine galvanische Kette. Bei den neuen Apparaten findet die Auflösung des Zinks gerade so wie bei den gewöhnlichen Trogapparaten statt; das Wasserstoffgas aber wird nicht frei, sondern dazu verwendet, das Kupfer in metallischer Form aus seinen Auflösungen wieder herzustellen und an der Oberfläche der Kupferplatte zu reduciren. Die auf solche Art construirten Apparate haben den großen Vorzug, in ihrer Wirkung ohne Vergleich beständiger zu seyn als die gewöhnlichen und Tage und Wochen lang in ununterbrochener Thätigkeit erhalten werden zu können.

Erste Methode, zum galvanischen Copiren kleiner Gegenstände anwendbar.

Eines nach diesem Princip construirten Apparates muß man sich auch bedienen, um festes und zusammenhängendes Kupfer unmittelbar aus seinen Auflösungen durch den galvanischen Strom zu reduciren. Fig. 8 ist die Abbildung eines solchen Apparates, wo a, b, c, d