Text-Bild-Ansicht Band 78

Bild:
<< vorherige Seite

ein hölzerner Behälter ist, welcher aber vollkommen wasserdicht und außerdem noch durch einen Asphaltkitt oder Pechüberzug vor dem Angriffe der Säure geschüzt seyn muß. In die Seitenwände dieses Kastens, die hiezu zwei Furchen haben können, wird eine Platte e, f von schwach gebranntem und unglasirtem Thon oder Porzellan so dicht eingekittet, daß die beiden Abtheilungen nicht mit einander communiciren. Die Beschaffenheit dieser Scheidewand muß von der Art seyn, daß sie dem elektrischen Strome zwar freien Durchgang, den beiden Flüssigkeiten, die durch sie getrennt werden sollen, aber nur eine sehr allmähliche Vereinigung gestattet; auch darf sie durch die Flüssigkeiten nicht aufgelöst oder zerstört werden.

Als Flüssigkeit in der Kupferzelle bedient man sich einer Auflösung von Kupfervitriol, welche möglichst gesättigt und also am besten heiß bereitet ist; da sich aber das Kupfer nach und nach aus der Auflösung reducirt, so muß man den vollen Sättigungsgrad durch einen Vorrath kleingestoßener Kupfervitriolkrystalle zu erhalten suchen. Dazu dient ein aus dünnen Brettchen bestehendes Kästchen g, h, dessen Boden und Seitenwände mit Löchern durchbohrt sind, und welches von den oberen Schichten der Flüssigkeit bespült wird, die immer weniger gesättigt sind als die unteren.

Für die Zinkzelle benuzt man Schwefelsäure oder eine Auflösung von Salmiak, Kochsalz, Glaubersalz u.s.w. als Flüssigkeit. Es ist immer gut, wenn man die Zinkplatte amalgamirt. Da die Flüssigkeit von Zeit zu Zeit erneuert oder mit Wasser verdünnt werden muß, weil sie sonst krystallisiren würde, so sind zum Ablassen derselben zwei mit biegsamen Kautschukgelenken versehene Röhren i, k, l und m, n, o angebracht.

Die Größe des Behälters hängt hauptsächlich von der Größe der Platten ab, doch ist es gut, die Zellen nicht zu eng zu machen, weil bei Anwendung einer größeren Masse die Wirkung gleichförmiger und beständiger ist. Ein sehr gutes Kennzeichen, ob der Reductionsproceß mit der gehörigen Regelmäßigkeit vorschreitet, ist die hellrothe Fleischfarbe des reducirten Kupfers; sobald diese dunkler wird und in schmuzig Braunroth übergeht, ist es ein Beweis, daß die Kupferlösung nicht gehörig gesättigt erhalten wurde. In diesem Falle muß man gewöhnlich den Strom schwächen, was am besten dadurch geschieht, daß man die Zinkflüssigkeit verdünnt.

Das Kupfer wird freilich um so fester und zäher, je schwächer der Strom ist, in praktischer Hinsicht ist es aber wünschenswerth, den Proceß so viel wie möglich zu beschleunigen, was nur dadurch geschehen kann, daß man den Inhalt des in die Kupferlösung getauchten Vorrathsbehälters möglichst groß macht, die Kupferkrystalle gehörig