Text-Bild-Ansicht Band 78

Bild:
<< vorherige Seite

verkleinert, und um ihre schnellere Auflösung zu bewirken, die Unterstüzung der Wärme anwendet.

Es ist von großer Wichtigkeit, sich immer von dem Grade der Wirksamkeit des Apparates überzeugen zu können; man schaltet daher eine Galvanometerbussole ein, um nach der Ablenkung der Nadel die Stärke des Stroms beurtheilen zu können25) und die ihr proportionale Reduction des Kupfers, welche in einer gegebenen Zeit stattfindet. Ein solches Instrument wird am einfachsten construirt, wie Fig. 9 zeigt; a, b ist ein kreisrundes Brett von hartem und trokenem Holze, mit 3 Stellschrauben versehen, um es horizontal zu stellen; in der Mitte befindet sich eine feine Stahlspize c, auf welcher eine mit einem Hütchen versehene Magnetnadel frei schwebt. Unter dem Brettchen ist genau in der Mitte ein etwa 1 1/2 bis 2 Linien diker Draht befestigt, welcher an den Enden zwei Queksilbergefäße d und e trägt. Auf der Oberfläche des Brettchens befindet sich ein eingetheilter Kreis. Der Draht muß so liegen, daß er sich genau unter dem Nullpunkte der Eintheilung und folglich im magnetischen Meridian befindet, wenn das Instrument so eingestellt wird, daß die Nadel gerade auf Null zeigt. Wenn man nun die von den Erregerplatten ausgehenden Drähte in die Gefäße d und e taucht, so wird die Nadel abweichen und nach mehreren Schwingungen auf irgend einem Grad der Eintheilung stehen bleiben. Die Abnahme dieser Abweichung zeigt an, daß die Kraft schwächer geworden ist; man muß dann entweder die Flüssigkeiten erneuern oder Kupferkrystalle hinzuthun, oder wenn die Poren der Scheidewände sich verstopften, die Thonplatten auswechseln.

Bei der beschriebenen Methode ist man jedoch in Bezug auf die Größe der darzustellenden Platten oder Oberflächen sehr beschränkt, weil sich – um eine constante und ökonomische Wirkung zu erhalten – zwischen dem Zink und dem Original immer eine der Form des Gegenstandes angemessene Scheidewand, welche die Flüssigkeiten trennt, befinden muß, die zwar porös seyn, aber doch nur eine äußerst langsame Filtration gestatten darf. Bei kleinen Gegenständen ist das leicht, bei größeren aber mit vielen Schwierigkeiten verknüpft, welche

25)

Eine auf einer Spize frei schwebende Magnetnadel richtet sich bekanntlich nahe zu nach Norden oder Süden; denkt man sich nun den Schließungsdraht, welcher die Zink- und Kupferplatte einer galvanischen Kette mit einander verbindet, nach der Richtung der Magnetnadel ausgespannt, so weicht die Magnetnadel, so bald die Kette geschlossen wird, von ihrer früheren Richtung ab, stellt sich aber sogleich wieder ein, wenn die Kette geöffnet wird. Je stärker die galvanische Kraft wirkt, desto größer ist auch die Abweichung der Nadel von ihrer sonstigen Richtung, und die Magnetnadel ist daher ein unschäzbares Werkzeug, um sich sogleich von der Thätigkeit der Kette durch den bloßen Anblik zu überzeugen.