Text-Bild-Ansicht Band 78

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sich nur bei Anwendung einer anderen Verfahrungsart beseitigen lassen.

Zweite Methode, zum Copiren großer Gegenstände anwendbar.

Diese Methode beruht auf Folgendem: Die chemische Thätigkeit, welche innerhalb der geschlossenen Kette und zwar in den Zellen, worin sich die Erregerplatten befinden, Statt hat, beschränkt sich nicht an diese Stelle, sondern läßt sich auf irgend eine andere im galvanischen Kreise eingeschaltete Zelle übertragen, die mit einer leitenden Flüssigkeit gefüllt ist, durch welche man vermittelst gleichartiger Metallplatten den Strom hindurchleitet, wobei das Gesez stattfindet: daß der Wasserstoff der Flüssigkeit, oder der Bestandtheil, welcher seine Stelle vertritt, sich an der Metallplatte entwikelt, welche mit dem Zinkpole, der Sauerstoff aber, oder das, was seine Stelle vertritt, an die Metallplatte geht, welche mit dem Kupferpole der Batterie verbunden ist. Für diese Platten, zwischen welchen sich die Flüssigkeiten zersezen, hat Faraday die Benennung Elektroden eingeführt, und zwar nennt er die mit der Zinkplatte verbundene die Kathode, die mit der Kupferplatte verbundene aber die Anode. In Fig. 10 stellt A, B eine galvanische Batterie vor; C, D ist ein mit verdünnter Schwefelsäure gefüllter Behälter, und a und c sind die zwei Platinelektroden; nämlich a die Anode und c die Kathode; an c wird wird sich also Wasserstoffgas und an a Sauerstoffgas entbinden. Nimmt man nun statt der Platinelektroden zwei Kupferelektroden und bringt statt verdünnter Schwefelsäure in die Zelle eine beinahe gesättigte Kupferlösung, so löst sich die Anode auf, die Kathode aber bedekt sich mit vollkommen cohärentem hellrothem Kupfer ganz so wie bei Anwendung der ersten Methode. Die Kupferlösung bleibt hiebei immer gesättigt, weil in demselben Maaße, als die Reduction vor sich geht, das der Flüssigkeit entnommene Kupfer durch die Auflösung der Anode wieder ersezt wird.

Auf diese Art ist also der Apparat, in welchem die Bildung der Kupferplatten vor sich geht, von der Batterie gänzlich getrennt, und es wird in demselben die Anwendung poröser Scheidewände gänzlich entbehrt, so daß man hinsichtlich der Größe und Gestalt der Originale, wovon man galvanische Copien machen will, ganz unbeschränkt ist. Auch kann man die Zeit der Operation verkürzen und täglich eine beinahe 1/6 Linie oder 1/60'' dike Schicht (gleich der Dike eines starken Kartenblatts) erzeugen.

Bei der Zersezung der Kupferlösungen zwischen Kupferelektroden