Text-Bild-Ansicht Band 78

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nur in Alkohol zu tauchen, welcher mit etwas unterschwefligsaurem Natron oder Aezammoniak vermischt ist.

Dr. Mohr's Verfahren Morphium zu bereiten.

Hr. Dr. Mohr, Professor in Coblenz, hat der British association for the advancement of science ein Verfahren, das Morphium von Narcotin und allen anderen fremdartigen Substanzen zu trennen, mitgetheilt, welches im Wesentlichen darin besteht, es in überschüssigem Aezkalk aufzulösen und mit Salmiak niederzuschlagen. Man verfährt folgendermaßen: das Opium wird in Wasser gekocht, worin es sich leicht auflöst; der Absud wird durch Leinwand filtrirt und der Rükstand ausgepreßt; das Auskochen und Auspressen wird bei derselben Quantität Opium zweimal vorgenommen und die sämmtlichen Flüssigkeiten werden dann auf das vierfache Gewicht des angewandten Opiums eingedampft. Die concentrirte Auflösung wird noch warm mit Kalkmilch vermischt, zu deren Bereitung man so viel Aezkalk nimmt, als dem vierten Theil vom Gewicht des Opiums gleichkommt. Das Gemisch wird zum Kochen erhizt und noch heiß durch Leinwand filtrirt; die filtrirte Flüssigkeit ist hell braungelb. Sie wird noch heiß mit gepulvertem Salmiak in Ueberschuß versezt, wobei sich der Kalk mit der Salzsäure verbindet, das Ammoniak frei und das Morphium niedergeschlagen wird. Ist die Auflösung sehr concentrirt, so erfolgt der Niederschlag augenbliklich und beträgt fast die Hälfte vom Volum der Auflösung; ist die Auflösung aber weniger concentrirt, so entsteht anfangs kein Niederschlag, sondern es erscheinen beim Abkühlen derselben nadelförmige Krystalle und in einem gewissen Zeitpunkt bildet sich plözlich eine reichliche Masse Niederschlag. Das Eigenthümliche dieses Verfahrens besteht darin, daß es ein gut krystallisirtes und reines Morphium liefert, ohne daß man Alkohol anzuwenden braucht; dieß beruht darauf, daß das Ammoniak nicht in freiem Zustande beigemischt, sondern in unmittelbarer Berührung mit der Substanz, worauf es wirken soll, erzeugt wird. Das gewonnene Morphium ist fast farblos; löst man es in Salzsäure auf und dampft die Flüssigkeit zur Krystallisation ab, so erhält man salzsaures Morphium in vollkommen weißen und ganz reinen Krystallen. Die Kalkmilch darf der Auflösung des Opiums nicht beigemischt werden, während diese kochend heiß ist, weil sich sonst der Niederschlag an die Seiten des Gefäßes anhängt und dann nicht mehr vollständig wieder auflöst. Die das Morphium enthaltende Flüssigkeit soll beim Zusezen der Kalkmilch kalt oder nur lauwarm seyn; ist sie kochendheiß, so muß man sie in die Kalkmilch gießen, und nicht umgekehrt. (The Athenaeum, No. 675.)

Methode der Gebrüder Bouffier von Genf bei der Auswechselung der Unterlagen von Seidenwürmern.

Die HHrn. Bouffier haben der Société d'Encouragement ein neues Verfahren zum Lagern der Seidenwürmer angegeben, welchem sie verschiedene Vortheile im Vergleich mit der Anwendung von Stäben zuschreiben. Sie zeigen an, daß sie mit Erfolg den Apparat des Hrn. Vasseur mit beweglichen Tafeln angewendet haben. Auf jede dieser Tafeln, welche vor der Person feststeht, die mit der Besorgung der Würmer beauftragt ist, sezen sie zwei bewegliche hölzerne Rahmen von 6 Fuß Länge und 2 Fuß Breite, welche vier gleiche Abtheilungen haben, die durch Scheidewände getrennt sind; auf diese Rahmen, welche die Horden ersezen, ist starkes Papier aufgeleimt und gut angespannt, welches mit gleich weit von einander entfernten runden Löchern von 5 Linien Durchmesser versehen ist. Wenn diese Rahmen mit frischen Blättern belegt sind, steigen die Würmer durch die Löcher des Papiers; man nimmt alsdann den unteren Rahmen weg, reiniget ihn, und bedient sich desselben wieder für eine andere Schichte. Jene Herren behaupten, daß durch ihr Verfahren die Würmer eine beständige Erneuerung der Luft, immer frische Nahrung und eine große Reinlichkeit genießen, daß die Behandlung der Rahmen leicht ist und eine große Ersparniß an Blättern gewährt.

Das Comité, welches dieses Verfahren geprüft hat, bemerkt, daß in einigen Gegenden des südlichen Frankreichs und in vielen Orten Italiens durchlöchertes Papier zum Umlagern der Seidenwürmer von dem ersten Alter angewendet