Text-Bild-Ansicht Band 78

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aus Metall, Leder, Kork oder anderem Material bestehen; zweitens tritt der Kolben in eine Stopfbüchse, welche ihm gestattet, in die Höhe zu gehen, ohne daß die Flüssigkeit entweichen kann. Indem er nun die Feder zurükdrängt, ist die Flüssigkeit, da sie keinen andern Ausgang hat, in Folge des innern Drukes genöthigt, durch die Mündung a zu entweichen.

Im Innern der Flasche befindet sich zum Behuf des Ein- und Ablassens der Flüssigkeit eine Glasröhre c, Fig. 70, deren oberer Theil mit Siegellak an den Flaschenhals befestigt ist; d ist eine Stellschraube, um der Feder, welche den Kolben in seiner Lage erhält, eine größere oder geringere Spannung zu ertheilen; e ist ein Schraubenhahn, um eine Oeffnung zu verschließen, welche der in dem Gefäß enthaltenen Luft den Austritt gestattet. Diese Oeffnung dient auch zum Einfüllen von Syrup und anderen Flüssigkeiten, zum Behuf der Bereitung erfrischender Getränke.

LVIII. Verfahren die Rotheisensteine und andere reiche Eisenerze im Hohofen auszuschmelzen, worauf John Augustus Tulk, Eisenmeister an den Seaton- und Lowea-Eisenwerken, Cumberland, am 4. Septbr. 1839 ein Patent erhielt.

Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Aug. 1840, S. 109.

Das gegenwärtig übliche Verfahren die Eisenerze im Hohofen mit Steinkohlen, Kohks oder Anthracit auszuschmelzen, ist nur bei den sogenannten thonigen Erzen, welche verhältnißmäßig wenig metallisches Eisen enthalten, mit Vortheil anwendbar, nicht aber bei den Eisenoxyden oder reichen Eisenerzen, wie z.B. dem Blutstein. Leztere wurden bisher auch nur in Verbindung mit armen thonigen Erzen (denen man selten über ein Zehntel davon beimengte) und bisweilen mit Frischschlaken in den Hohöfen ausgeschmolzen; meine Erfindung bezwekt nun die reichen Eisenerze oder Eisenoxyde für sich allein oder mit verhältnißmäßig nur wenig thonigem Erze im Hohofen behandeln zu können.

Beim Ausschmelzen thoniger Eisenerze im Hohofen wird bekanntlich Kalkstein als Flußmittel angewandt; man erhält dabei Roheisen und eine glasige Schlake, welche durch die Verbindung des Kalks mit der Kieselerde etc. der thonigen Erze entsteht; die Schlake schüzt das erzeugte Roheisen gegen die nachtheilige Wirkung des Gebläses, und man beurtheilt auch nach ihrem Aussehen den Gang des Ofens.