Text-Bild-Ansicht Band 78

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welche mir die Redaction eines Journals, aus Rüksichten des buchhändlerischen Interesse striche oder zurükwiese, würde den lezten Augenblik meiner Mitarbeiterschaft bezeichnen. Ich kann zum Ueberflusse Hrn. R. versichern, und auf Verlangen nachweisen, daß die Cotta'sche Buchhandlung eine Arbeit von mir hat unbedenklich abdruken lassen, in welcher mehrere Werke ihres Verlages unerbittlich getadelt sind. Was sagt Hr. R. dazu? Uebrigens wundere ich mich sehr darüber, wie Jemand hat erwarten können, daß in kritischen Artikeln, welche einem bestimmten Journale einverleibt sind, dieses Journal selbst werde beurtheilt werden. Wäre das Urtheil lobend, würde man es nothwendig für bestochen halten; wäre es tadelnd, müßte es eine Absurdität heißen. Zudem, wer meine Artikel liefet, kennt ja das polytechn. Journal, hat also ohnehin seine Meinung davon; was sellte dem die Beurtheilung frommen? Hinzufügen muß ich noch, daß ein offenbarer Widerspruch darin liegt, wenn Hr. R. einerseits selbst anführt, daß ich das polytechn. Journal gar nicht beurtheilt habe, und dann anderseits mich tadelt, daß ich selbes als unübertreffbar vorzüglich geltend machen wolle. Woher kennt denn Hr. R. meine in petto behaltene Meinung von dem polytechn. Journale?

Weil ich gesagt habe: „mit halbem Auge könne man sehen, daß eine Zeitschrift, die, wie das Dingler'sche polytechn. Journal, regelmäßig erscheint und mit größter Raumersparniß gedrukt ist, nicht darum verlegen seyn kann, ihre Columnen zu füllen“ – gibt mir Hr. R. Lobhudelei Schuld! In meinen Worten liegt aber offenbar nichts, was den Werth des Inhalts betrifft, sondern nur eine Hinweisung auf die Menge des Materials, wofür die angeführten Thatsachen zuverlässig sprechen; zudem ist meine eben erwähnte Bemerkung durch einen Angriff des Hrn. Mendelssohn in Berlin abgedrungen worden, also eine Verteidigung und kein aus freiem Antriebe vorgebrachtes Lob.

Daß ich bei dem Referate über die Original-Mittheilungen, wenn dieselben auch in das polytechn. Journal übergegangen sind, anmerkungsweise dieses leztere citire, hat – wie jeder Unbefangene einsehen muß – keinen anderen Zwek, als auszudrüken: „Man lese dort nach, wenn man das Nähere wissen will; mein Referat würde nur eine unnöthige Wiederholung seyn.“ Hr. R. aber, der in dem Erscheinen meiner Artikel eine gräßliche Verschwörung gegen alle Journale wittert, fragt (ob naiv, ob hämisch, lasse ich unentschieden): Sollte dieses vielleicht in einem besonderen Auftrag des Hrn. v. Cotta geschehen seyn, um den Abonnentenzusagen, daß sie für ihr Geld auch diese Sachen erhalten haben, und sie nicht nöthig haben, sich die andern Journale zu kaufen? – Mit triumphirender Miene rügt Hr. R., daß bei Erwähnung der Perrot'schen Drukmaschine (in dem Referate über die Verhandlungen des Berliner Vereins für Gewerbfleiß) eine Bemerkung steht, welche lautet: „Man vergleiche die Abbildung und Beschreibung der Perrotine im polytechn. Journal, Bd. LXXV. S. 443.“ Durch diese Worte soll ich mich „lächerlich“ gemacht haben, wie Hr. R. in seiner Art des Brettern darzuthun versucht. Ich muß ihm aber zu meinem Bedauern zweierlei eröffnen, nämlich 1) daß jene Bemerkung überhaupt auch nichts Anderes sagen soll, als: wer diese Maschine näher kennen lernen will, kann sie im polytechn. Journal beschrieben finden, falls er etwa die „Verhandlungen“ nicht zur Hand hat; 2) daß die gerügte Stelle mit den so anstößig gefundenen Worten. man vergleiche gar nicht einmal von mir herrührt, sondern von der Redaction