Text-Bild-Ansicht Band 78

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Brüggen arbeitenden Stühle schießen gewöhnlich 110 bis 115 Mal in einer Minute ein, und verfertigen täglich 9 bis 10 Stab Gros-de-Naples oder 14 bis 15 Stab Gros-de-Berlin; eine Pferdekraft ist hinreichend, um wenigstens 15 Stühle in Bewegung zu sezen. Wie groß die Anzahl der arbeitenden Stühle sey, wird nicht gesagt; man kann daher nicht beurtheilen, ob dieses Unternehmen ein besseres Schiksal haben werde, als ähnliche frühere. – Nr. 9. Das Wassersäulenrad, eine Anwendung von Pecqueur's rotirender Dampfmaschine zur Benuzung der Wasserkraft. Von Weisbach. Indem der Verfasser die Einrichtung einer rotirenden Dampfmaschine, mit einigen zwekmäßigen Modificationen, zum Betriebe durch Wasserkraft in Vorschlag bringt, hat er für deren Anwendung den Fall im Auge, wo ein sehr großes Wassergefälle mit kleiner Wassermasse zu Gebote steht. Bei solchen Gelegenheiten werden bis jezt immer nur entweder Wassersäulenmaschinen oder Turbinen angewendet, von welchen die ersteren durch den Mangel einer unmittelbaren Rotationsbewegung mancherlei Nachtheile mit sich führen, die lezteren aber wegen ihrer zu schnellen Bewegung Zwischenmaschinen nöthig machen und einen beträchtlichen Kraftverlust verursachen. Das Wassersäulenrad (wie der Verf. die von ihm empfohlene Maschine nennt) vereinigt den Vortheil unmittelbarer Rotation mit einer mäßigen Geschwindigkeit, ist nicht zu complicirt in der Bauart, nimmt wenig Raum ein, und läßt – wie beispielweise berechnet wird – einen Nuzeffect von etwa 75 Proc. der rohen Wasserkraft erwarten. Die Welle steht vertical, und ist dergestalt ausgehöhlt, daß der Zu- und Abfluß des Wassers durch das Innere derselben stattfindet. Das einfließende Wasser tritt aus dem hohlen Raume der Welle in eine dieselbe umgebende Trommel, und wirkt hier fortschiebend auf zwei an der Welle selbst sizende flügelartige Kolben, wodurch die Umdrehung erfolgt. – Nr. 25. Mechanischer Aufwinder (Selbstaufwinder) für Mulespinnmaschinen, erfunden von den Gebr. Laukner, in Aue bei Schneeberg. – Es ist dieß die nämliche Notiz, welche Bd. LXXVI. S. 317 des polyt. Journals, aus dem Centralblatt entlehnt, vorkommt. – Nr. 44. Ueber die Benuzung der Maikäfer zur Gasbereitung. Von Lampadius. Der Amalgamirmeister Müller in Freiberg hat den sonderbaren, aber interessanten Versuch angestellt, aus den in Menge eingesammelten Maikäfern, nachdem sie durch Abbrühen mit heißem Wasser getödtet waren, Leuchtgas zu bereiten. 3 1/2 Kubikfuß, welche 59 1/2 Pfd. wogen und 31,850 Stük enthielten, wurden in einer gewöhnlichen Gasretorte wie Steinkohlen destillirt, gaben 100 Kubikfuß eines sehr schön und intensiv brennenden