Text-Bild-Ansicht Band 80

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galvanisirt z.B. Nägel, Ketten, Metallgewebe, Gitter, Pferdegeschirre, Gartenwerkzeuge; im Zustande von Blech dürfte jedoch das galvanisirte Eisen die meiste Anwendung finden. Solches wird schon vielfach zum Dachdeken, zur Verfertigung von Ofenröhren, welche im Freien angebracht werden müssen, zu Röhren für Wasserleitungen über oder unter dem Boden, zu Dampfröhren etc. benuzt; man bedient sich desselben auch mit großem Vortheil zur Verfertigung der Zukerformen. Das galvanisirte Blech ist bei gleichem Gewicht nicht theurer als das bloße Eisenblech; es kostet ziemlich eben so viel wie das gewalzte Zink; vor lezterem hat es den Vorzug, daß es viel zäher und biegsamer ist und bei Feuersbrünsten weder schmilzt noch mit Flamme brennt.

Um eiserne Gegenstände zu galvanisiren, werden sie zuerst gehörig gereinigt oder von Rost befreit und dann in ein Zinkbad getaucht, welches in Kesseln aus starkem Eisenblech enthalten ist und auf welches man von Zeit zu Zeit und in kurzen Zwischenräumen gepulverten Salmiak streut. Es bildet sich nach und nach in dem Bade eine Legirung von Eisen und Zink, dieselbe fällt aber in dem Maaße, als sie entsteht, auf den Boden der Kessel, und wenn man dafür sorgt, daß das geschmolzene Metall nicht umgerührt wird, sondern im Gegentheil ruhig bleibt und auch gehörig erhizt wird, so bleibt das im oberen Theile des Bades befindliche Zink ziemlich rein. Die eisenhaltige Legirung ist in einem teigartigen Zustande. Wenn sie sich bis zu einer gewissen Höhe am Boden eines Kessels angesammelt hat, nimmt man sie heraus und ersezt sie durch neues Zink.

Ich nahm aus einem Kessel eine Probe von dem am Boden befindlichen eisenhaltigen Zink und ebenso eine Probe von dem sehr flüssigen Zink an der Oberfläche; bei der Analyse fand ich:

In dem eisenhaltigen Zink. Im geschmolzenen Zink.
Eisen 0,043 0,002
Blei 0,004 0,010
Kupfer Spuren Spuren
–––––––– ––––––––
0,047 0,012

Die Legirung sah beinahe aus wie gewöhnliches Zink, war aber härter und sehr krystallinisch. Sie wirkte durchaus nicht auf die Magnetnadel. Ihre Zusammensezung ist genau dieselbe wie die der krystallinischen Massen, welche sich am Boden der eisernen Kessel sammelten, worin man ehemals in Lüttich das Zink umschmolz, um es in Barren zu gießen. Da diese Legirung jedoch zwanzig Atome Zink auf ein Atom Eisen enthält, so ist es schwer zu glauben, daß sie eine bestimmte chemische Verbindung ist.

Bei einer Verzinkung, wo man stärker als gewöhnlich erhizt