Text-Bild-Ansicht Band 80

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Außerdem mag auch die gewöhnliche Seifenprobe hier nicht vernachlässigt werden.

Die Dauer der ganzen Operation ist je nach der Menge der zu verseifenden Massen verschieden, selten jedoch übersteigt sie 4 Stunden. Die zur Verseifung von 100 Kilogr. Talg nöthige Kalkmenge kann man der Sicherheit wegen zu 14 Kil. annehmen.

Die Quantität der erhaltenen Kalkseife bleibt sich fast überall gleich, nicht aber ihre Qualität. Die leztere hängt ab von der natürlichen Beschaffenheit des Talgs, von seinem Reichthum an Stearin, überhaupt aber von dem Verhältniß des darin enthaltenen Stearins, Margarins und Oleins. Nimmt man an, daß ordinärer Talg durchschnittlich zur Hälfte aus Olein, zur andern Hälfte aus Stearin, mit nur wenig Margarin bestehe, ferner daß 100 Theile Talg 12 Proc. ihres Gewichts durch das ausgeschiedene Glycerin verlieren, so wird das aus 100 Theil. Talg erhaltene Seifenquantum 88 Th. fettiger Säuren liefern müssen.

Die Dimensionen der Seifenkufen berechnen sich für ein tägliches Quantum von 2000 Kil. Talg zu 0,75 Meter Radius für die Bodenfläche und 1,1 M. Höhe.

Die Gestalt der Kufen ist cylindrisch, nach Unten nur wenig erweitert, um ein bequemes Auswaschen zu gestatten. Das Dampfrohr, durch welches die zu verseifende Masse zum Kochen gebracht und darin unterhalten wird, steigt bis zum Boden des Gefäßes herab und verläuft kreisförmig auf demselben. Die Dampföffnungen sind sehr eng, theils um sehr feinstrahlige Dampfsäulen zu bilden, theils auch um den Rüktritt der Flüssigkeiten in das Dampfrohr nach Abschluß des Dampfhahnes zu verhindern.

Zur Erreichung einer möglichst vollkommenen Verbindung des Kalks mit den Fettsäuren befindet sich in jeder Verseifungskufe ein Rechen, welcher, sobald der Talg geschmolzen ist, in Bewegung gesezt werden muß. Derselbe besteht aus einer verticalen eisernen Welle, die ihre Bewegung durch ein am obern Ende befindliches konisches Zahnrad erhält. An derselben befinden sich vier sechszankige Arme, wovon jeder rechtwinkelig, oder etwas nach Unten geneigt von der Welle ausgeht, während sie alle in verschiedener Höhe befestigt sind. Die Neigung dieser Arme ist deßhalb nothwendig, weil die Flüssigkeiten ohne dieselbe sich stets in derselben Ebene drehen würden. Die Schneiden derselben sind von Eisen und durch Vorsteker befestigt. Die Welle endigt unten, nicht wie gewöhnlich, in einem Zapfen, sondern in einer Pfanne, damit die in der Flüssigkeit beständig umhergetriebenen Kalktheilchen sich nicht zwischen die reibenden Flächen absezen können. Hiebe; ist es nöthig, das Zapfenlager ganz unabhängig von