Text-Bild-Ansicht Band 80

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anzubringen, durch welche die geschmolzenen oben aufschwimmenden Fettsäuren abgelassen werden können. Man leitet dieselben in eine etwas tiefer stehende Kufe (die Waschkufe), wo sie, je nachdem die Zersezung mehr oder weniger vollkommen sich zeigt, entweder mit etwas verdünnter Schwefelsäure oder sogleich mit reinem Wasser ausgewaschen werden. Auch diese Kufe, so wie die folgende zur Wäsche mit reinem Wasser bestimmte, ist den vorhergehenden ähnlich und wird gleich jeder der vorigen durch ihr besonderes Dampfrohr geheizt.

Sobald die Fettsäuren durch Wasser gereinigt worden sind, gießt man sie zum Erkalten in besondere parallelopipedische Formen von starkem Weißblech. Die Dimensionen dieser Formen sind: Höhe 0,25 M., Länge 0,50 M. und Breite 0,25 M.; ihr kubischer Inhalt 31 Kubikdecimeter. Dieser durch das specifische Gewicht der Fettsäuren (0,9) multiplicirt, gibt für das jedesmalige Ausgußquantum 28 Kil. Hieraus erhält man 16 geformte Fettsäure-Blöke nach jeder Operation. Da zwei Operationen täglich in jeder der zwei Kufen vorgenommen werden, so ergibt sich die tägliche Production zu 16 × 4 = 64 Stük solcher geformter Blöke.

Die in jenen Formen erkaltete Fettsäure-Masse bedarf, um bequemer in die Preßsäke gefüllt werden zu können, eine möglichst vollkommene Zertheilung. Eine solche erreicht man durch eine besondere Schneidemaschine, deren Führung wenig Mühe und Aufmerksamkeit erfordert. Ein über zwei hölzerne Walzen aufgespanntes endloses Tuch führt die oben aufgelegten Blöke des Fettsäure-Gemisches bis an die Messer, welche, zwei an der Zahl, an dem mit der Maschine verbundenen eisernen Schwungrade befestigt sind. Die leztgedachte Einrichtung gleicht vollkommen den in einigen Papierfabriken eingeführten Hader-Schneidmaschinen. Die Zeit, in welcher diese Maschine das in einem Tage gegossene Quantum zerschneiden kann, ergibt sich aus der Anzahl der gegossenen Blöke – 64, aus ihrer Länge = 0,50 M. und aus der Stärke der in einer Secunde abgeschnittenen Scheiben

= 0,002.
0,50
––––– = 250 Secunden für einen Blök.
0,002
64 × 250 = 16000 Secunden = 4 St. 26. Min.

Die zerschnittene Masse wird hierauf in Preßtücher eingeschlagen, zur hydraulischen Presse befördert, um den flüssig gebliebenen Theil der Oehlsäure zu entfernen.

Auf einer Weidenhorde breitet man zwei, je nach ihrer Größe auch drei mit dem Fettsäuregemisch gefüllte Preßsäke dergestalt aus, daß sie die Oberfläche der ersteren beinahe ganz bedeken, und legt über dieselben eine Tafel von starkem Blech. Der lezteren folgt eine