Text-Bild-Ansicht Band 80

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Durch eine solche Presse von einfacher Wirkung
soll ein Druk ausgeübt werden von

= 150000 Kilogr.
Der Durchmesser des Preßcylinders = 0,20 M.
Der Durchmesser der Pistons der Pumpe = 0,02 M.
Druk, um durch den kleinen Piston der Pumpe die
Wirkung von 150000 Kilogr. hervorzubringen

= 68 Kilogr.
Summe der anzuwendenden Kraft für beide Pressen = 1,04 Pferdekraft.

Der Hauptnuzen einer Presse mit einfachem Effect (deren man stets zwei in jeder Fabrik haben sollte) zeigt sich vorzüglich dann, wenn die Arbeit nicht regelmäßig fortläuft und daher Massen von ungleichem Volumen behandelt werden müssen, wobei ihre Brauchbarkeit immer dieselbe bleibt. Dahingegen kann bei Pressen mit doppeltem Effect die eine ohne die andere nicht in Thätigkeit gesezt werden, und man wird überhaupt nur dann damit arbeiten können, wenn hinlängliches Material zur Füllung beider Preßtröge vorhanden ist.

Durch die leztbeschriebene Behandlung hat nun endlich die Stearinsäure diejenige Festigkeit erlangt, die sie fähig macht, allen Ansprüchen zu genügen. Sie wird nur noch zu schmelzen und durchzuseihen seyn, um von allen mechanisch haftenden Unreinigkeiten frei zu erscheinen. In einigen Fabriken verwendet man sie nur mit einem Zusaz von 10 Proc. Wachs, wodurch der hohe Grad von Sprödigkeit, so wie das weißflekige Ansehen auf der Oberfläche der krystallinisch erstarrten Massen gemindert wird.

Ein solcher ist jedoch nicht nöthig, sobald man es versteht, den zum Gießen geeigneten Temperaturgrad zu benuzen.

Zur Verhütung einer zu starken Verkohlung der Dochte der Stearinkerzen möge man dieselben dreiflechtig fertigen und das Geflecht aus 80 Fäden von Nr. 2 bestehen lassen. Dann dreht sich der Docht beim Brennen auf und krümmt sich dergestalt nach Außen, daß seine Spize im heißesten Theile der Flamme, dem äußersten Flammenmantel, verbrennen muß. Indessen wird hiedurch allein das Verschwinden der kohligen Knöpfe noch nicht vollständig erreicht werden, indem die nicht ganz vollkommen zu beseitigenden Kalktheilchen den Docht zu verstopfen fortfahren und die capillarische Wirkung desselben verringern. Deßhalb taucht man sie vor ihrer Verwendung in eine bei 15° R. gemachte concentrirte Lösung von Boraxsäure. Diese Säure bildet mit dem Kalk, mit welchem sie zum Glase schmilzt, kaum sichtbare kleine Perlchen, die am Ende des