Text-Bild-Ansicht Band 92

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Ein Versuch, diese Legirung in der Art herzustellen, daß man erst das Kupfer niederschmolz und dann die andern drei leichtflüssigeren Bestandtheile einzeln nach der Reihenfolge ihres Schmelzpunkts zusezte, mißglükte, indem namentlich das Blei keine Verbindung mit den übrigen Theilen einging, sondern nach dem Erkalten des Gußstüks an dem untern Ende desselben abgesondert gefunden wurde. Ein anderer Versuch dagegen, wo man zunächst eine Legirung aus den drei leichtflüssigen Metallen (Zinn, Blei und Zink) nach dem angegebenen Verhältnisse bildete, und diese in der verlangten Quantität (21 Procent) dem flüssigen Kupfer zusezte, lieferte ein sehr dichtes Metall von gleichförmiger Mengung und feinkörnigem derbem Bruch, was dem Zwek (zu Zapfenlagern) wohl entsprechen dürfte. C. H. (Berliner Gew.- u. Ind.-Blatt 11. Bd. Nr. 4.)

Ueber die Unterscheidung ächter und unächter Vergoldung auf Papier und Borten.

Man darf zu diesem Ende nur ein kleines Stükchen solcher Papiere etwa einen halben oder einen Zoll hoch über die Spize einer Lichtflamme während einigen Secunden halten, so wird sich das Papier verkohlen und verbrennen, bei dem mit ächtem Gold überzogenen, lezteres aber mit seiner ursprünglichen glänzenden Farbe unverändert zurükbleiben, das mit unächtem Golde, d.h. mit Messingfolie belegte aber einen braunrothen, sehr zerreiblichen Rükstand hinterlassen. Wer dieß einmal gesehen, kann sich nie darüber täuschen, und es muß nur dafür gesorgt werden, daß das Papier nicht so nahe an die Flamme gehalten werde, daß es sich mit Ruß überziehe, und die verschiedene Färbung und das Aussehen des Rükstandes dadurch verdekt werde.

Der Grund obenerwähnter Erscheinung liegt darin, daß das Gold zu den sogenannten edlen Metallen gehört, die auch in der Hize sich nicht oxydiren, während Kupfer, Zink und Zinn in der Hize Sauerstoff aufnehmen; es bleibt daher das Gold unverändert metallisch, das Kupfer aber in oxydirtem Zustande bei dem Verbrennen des Papiers zurük. (Mittheil. des Braunschweigischen Gewerbev. 1843, S. 312.)

H. Houldsworth's Versuche über den Nuzeffect von Kohlen bei verschiedener Luftzuführung.

Bei jedem der nachfolgend zusammengestellten Versuche wurden 1840 Pfd. Steinkohlen verbrannt, nämlich entweder Knowle's Clifton-Kohle, welche frei brennt, nicht bakt und viel Asche gibt, und dann Barker und Evan's Oldham-Kohle, welche langsam brennt, bakt und wenig Asche hält. Der Kessel war von Boulton und Watt wagenförmig für 20 Pferde bestimmt. Die entwikelte Wärme wurde im ersten Zuge durch ein schreibendes Pyrometer bestimmt. Die Luft trat theils durch die Thüre, theils an der Brüke ein, und bei lezterer durch eine Diffusionsbüchse von C. W. William, nur bei einem Versuche durch zwei Röhren von 6''. Weite, deren Oeffnung gestellt wurde. Die Versuche wurden nicht in der Absicht angestellt, um die beste Art der Lustzuführung oder die beste Construction von Heizapparaten zu ermitteln, sondern um zu bestimmen, ob es besser sey, die Luft in größerer oder geringerer Menge ununterbrochen oder mit periodischem Wechsel durch eine gleich große oder veränderliche Oeffnung einströmen zu lassen; und es ergab sich daraus, daß durch die einfache und billige Einrichtung, die Luft sowohl vorn als auch durch die Brüke mit gleichbleibender Ausströmungsöffnung einzuführen, eine bedeutende Ersparniß an Brennmaterial erzielt werden kann; 9/10 des schwarzen Rauches werden vermieden, ohne daß der Heizer besondere Aufmerksamkeit anzuwenden hat, wenn man je nach der Beschaffenheit der Kohlen diesen Oeffnungen 1 1/2 bis 3 Quadratzoll Querschnittsfläche für jeden Quadratfuß Rostfläche gibt.