Text-Bild-Ansicht Band 92

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werden kann. Der Bleisaz kann aufbewahrt und wiederholt benuzt werden, nachdem man den erhärteten Schleim davon abgesondert hat. Dieser Firniß troknet schnell und läßt sich für Lakfarben anwenden. Da seine Bereitung so einfach und wohlfeil ist, so dürfte sie sich auch zur Anwendung im Großen eignen. (Preuß. gemeinnüziges Volksblatt.)

Feuereimer von Hanftuch.

Alle Arten von Feuereimern wurden durch jene von Hanfleinwand schon ziemlich verdrängt, weil leztere nicht zerbrechlich, leichter sind und nicht so viel Raum einnehmen als andere. Ihrer allgemeinen Einführung aber stunden noch Fehler im Wege, welchen Hr. Darasse dadurch abhalf, daß er zu ihrer Verfertigung starke, ausgelaugte, von den gummiharzigen Bestandtheilen befreite Hanfleinwand nahm, welche schnell troknet, das Wasser gut hält, unter Wasser sich immer mehr zusammenzieht und eine solche Consistenz bekommt, daß man mit derartigen Eimern in einer Pfüze oder im laufenden Wasser schöpfen kann. Auch sollen nach Darasse stark gedrehte Hanfseile als Reife zum Tragen der Eimer genommen werden, weil die hölzernen und andere Reife dem Brechen zu sehr unterworfen sind. Da sie sich zusammenlegen lassen und wenig Raum einnehmen, kann ein Mann wenigstens 20 Stüke an die Brandstelle schaffen. An Dauerhaftigkeit würden diese Eimer noch gewinnen, wenn man sie in einem Lohbad tränkte, wie es die Fischer mit ihren Nezen machen. Hr. Darasse hat schon eine große Menge solcher Eimer an Gemeinden etc. verkauft. Bouriat. (Bulletin de la Société d'Encouragement. März 1844, S. 127.)

Verfahren dem Holz einen dem Eichenholz ähnlichen Anstrich zu geben.

Nachdem man das Holz mit gelber Oehlfarbe (die aus sogenanntem Hessen-Oker bestehen kann) angestrichen hat und wobei ein einziger Anstrich genügen wird, reibt man 1/4 Pfd. Umbra und 2 Loth Terra-Siena mit Essig an, und trägt diese Farbe, die mehr oder weniger mit Essig versezt ist, je nachdem man eine hellere oder dunklere Farbe haben will, mit einem gewöhnlichen Pinsel auf. Sodann bedient man sich eines 3 bis 4 Zoll breiten und 1/8 Zoll diken Pinsels, dessen Borsten ihre natürliche Länge behalten, mit ihm schlägt man die aufgetragene Essigfarbe von Unten nach Oben und zwar so, daß die Schläge eine Reihe bilden. Hierauf wird eine Schablone oder ein sogenannter Spiegel aufgelegt, der dem Eichenholz ähnlich ausgeschnitten ist und nun mittelst eines halbnassen Schwammes die freien Stellen ausgewischt. Weiler bedient man sich eines Pinsels aus Dachshaaren, welcher sehr fein seyn muß, und überfährt damit ganz leicht die ganze Oberfläche; nach dem Troknen überzieht man die Farbe mit einem Firnisse, entweder mit Kopal oder Damarharz. Die so aufgetragene Farbe ist eben so billig als ein gewöhnlicher Oehlanstrich und troknet überdieß schneller als gewöhnliche Oehlfarbe, was durch den Essig bewerkstelligt wird. L. Werner. (Verhandl. des großherz. hess. Gewerbv. 4tes Quartalheft 1843.)

Ueber die Anwendung der Waldwolle zum Polstern der Möbel, für Pferdekissen, Matrazen, Bettdeken etc.58)

Hr. Pietsch zeigte in der Sizung des Gewerbvereins für das Großh. Hessen am 5. Oktober v. J. eine aus der von Hrn. Weiß in Ziegenhals erfundenen Waldwolle gefertigte Deke, so wie verschiedene theils gröbere, theils feinere Sorten dieser Wolle und trägt hierüber Folgendes vor:

„Dieses aus Fichtennadeln gewonnene Product ist bereits früher dem Gewerbeverein vorgelegt und ein Commissionsbericht darüber erstattet worden. Damals hatte dieses Product erst einen geringen Grad von Vollkommenheit erreicht und man fand an der Waldwolle daher mehrere Mängel. Hr. Weiß war indessen bemüht, dieselben zu entfernen und sein Product bedeutend zu vervollkommnen.

58)

Man vergleiche hierüber polytechnisches Journal Bd. LXXXIV S. 315.