Text-Bild-Ansicht Band 95

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Theil eines Grans wiegt, nach dem Magnetisiren seine Gegenwart noch deutlich anzeigt.“ (Philosophical Magazine, Februar 1845, S. 177.)

Kitt für Steingut, Porzellan etc.

Den besten Kitt hiezu erhält man durch Zusammenschmelzen von 3 Theilen Schwefel, 2 Th. weißem Harz, 1 halben Theil Schellak, 1 Theil Elemi und 1 Thl. Mastix mit 3 Theilen Ziegelmehl. Dieser Kitt wird über die vorher erwärmten Flächen ausgebreitet. (Chemical Gazette, 1845 No. 54.)

Bereitung von reinem Aezkali und Aeznatron nach Bizio.

Das beste Verfahren Kali und Natron äzend zu machen, besteht nach Bizio darin, eine Auflösung von 1 Thl. des trokenen kohlensauren Salzes mit 1 Thl. frisch bereitetem trokenem Kalkhydrat zu vermischen und das Gemisch in einem verschlossenen Gefäße 24 Stunden lang bei einer Temperatur von 16 bis 20° R. stehen zu lassen, indem man es häufig umschüttelt. Das Kalisalz soll in 12 bis 15, das Natronsalz in 7 bis 15 Theilen Wasser aufgelöst seyn; der kohlensaure Kalk sezt sich in einem körnigen Zustande ab und die Aezlauge kann von ihm klar abgegossen werden. – Die englische Pharmakopöe schreibt im Wesentlichen dasselbe Verfahren vor, jedoch nur halb so viel Kalk und dagegen kochendes Wasser. (Chemical Gazette, 1845 No. 54.)

Watterson's neues Verfahren Talgseife oder Palmöhlseife zu fabriciren.

Ch. Watterson (Theilhaber der Seifenfabrik Maguire, Watterson und Comp. in Manchester) ließ sich am 8. Mai 1844 eine Verbesserung in der Seifenfabrication patentiren, welche in einem besondern Verfahren besteht, die fetten Substanzen zuerst mit kaustischer Natronlauge zu vereinigen und dann erst Wasser zuzusezen, um das Gemisch oder Product in Seife zu verwandeln. Die Vortheile dieser Methode sollen darin bestehen, daß man eine reinere Seife in viel kürzerer Zeit erzeugen kann; die Seife ist nämlich nach wenigen Stunden hart genug zum Verkauf, während bei Anwendung des gewöhnlichen Verfahrens dazu mehrere Tage erforderlich sind.

Sein Verfahren ist folgendes: um 10 Cntr. Seife zu machen, bringt man in einen Kessel (Pfanne) von 7 Fuß Durchmesser und beiläufig 2 Fuß Tiefe, 784 Pfd. rohes Palmöhl; sobald dasselbe flüssig geworden ist, sezt man allmählich 407 Pfd. äzende Natronlauge (von 22 Proc. Natrongehalt) zu und vermischt das Ganze mittelst eines Spatens gehörig. Die Hize muß dann gesteigert und die Mischung herumbewegt werden, damit sie nicht an den Boden des Kessels anbakt. Nachdem diese Operation drei bis vier Stunden lang fortgesezt worden ist, erhält das Gemisch ein weißliches Aussehen und bei fortdauerndem Erhizen verdampfen alle wässerigen Theile, so daß die Masse in vollkommen trokenen Zustand versezt wird. Man steigert nun wieder die Hize und in kurzer Zeit wird die Masse wieder flüssig und nimmt eine bräunliche Farbe an, was anzeigt, daß die Verbindung des Fetts mit dem Alkali bewirkt ist. Das Feuer wird dann schnell weggezogen und das Umrühren so lange fortgesezt, als man noch ein Anbrennen befürchten muß.

Hiemit ist der erste Theil der Operation beendigt und man läßt den Kessel über Nacht abkühlen. Der zweite Theil der Operation besteht darin, daß man das feste Product (am andern Tag) zu Pulver mahlt. Lezteres versezt man mit 450 Pfd. reinem Wasser und rührt beiläufig eine halbe Stunde lang gut um. Hierauf erhizt man die Mischung und erhält sie beiläufig drei Stunden lang unter beständigem Umrühren im Sieden. Sobald die Verdampfung weit genug getrieben ist und die Seife die gehörige Consistenz zu haben scheint, läßt man sie nach und nach abkühlen. Der ganze Inhalt des Kessels wird nun, während er noch in flüssigem Zustande ist, in die Lade geschöpft; am andern Tage wird man die Seife darin so hart finden, daß man sie zerschneiden und unmittelbar in den Handel bringen kann. (London Journal of arts, Febr. 1845, S. 13.)