Text-Bild-Ansicht Band 96

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in eiserne Kästen; es kommen jedesmal etwa 2800 Stüke in einen solchen Kasten, welcher dann sorgfältig verschmiert, in den Ofen gebracht und erhizt wird. Man läßt sie dann langsam abkühlen, öffnet sie und wirft die Goldstüke in sehr verdünnte Schwefelsäure, worin sie gereinigt werden (blanched); es wird hiedurch nämlich die schwache Kupferoxydhaut von ihrer Oberfläche entfernt. Sie sind nun zum Prägen fertig.

Es befinden sich gegenwärtig in der Münze acht Prägmaschinen (coining-presses) von Bolton's Erfindung, bei welchen der Stoß durch einen im luftleeren Raum fallenden Kolben bewirkt wird.

Jede solche Maschine prägt täglich 30,000 bis 40,000 Stüke, in der Minute also 60–70 Stüke.

Der Verbrauch an Stempeln in der Münze kann im Durchschnitt zu einem Paar Stempel auf je 50,000 bis 60,000 Stüke angenommen werden; daraus ist jedoch kein Schluß zu ziehen auf das, was ein Paar Stempel leisten können. Es wurden z.B. bei einer Gelegenheit 2,150,000 Stüke mit vier Stempelpaaren geschlagen, also 537,500 Stüke mit jedem Paar; 5 Prägmaschinen schlugen einmal mit 3 Stempelpaaren 245,520 Stüke in 14 Stunden, was 49,124 Stüke für jedes Stempelpaar ausmacht.

In den Prägmaschinen muß ein einziger Stoß das Münzstük fertig machen und der Graveur muß daher den Stempel so anfertigen, daß ein Basrelief mit einem einzigen Schlag der Münzpresse zu Stande gebracht werden kann. Nichts kann schlechter seyn, als ein hohes Relief bei einer Münze; es beschleunigt ihre Werthverminderung durch den Gebrauch. In dieser Hinsicht ist daher der Münzgraveur den Forderungen der Maschine oder Presse unterworfen; er wird oft wegen dessen getadelt, was ihm in der That zum größten Verdienste gereicht. Es ist durchaus nicht schwierig, durch schnell aufeinanderfolgende Stöße ein sehr hohes Relief zu erzeugen, wie z.B. bei Medaillen, Schaustüken etc.; wenn aber ein Stoß von einer gewissen Kraft in der Minute 60 bis 70mal sich wiederholen und jedesmal eine gewisse Münze erzeugen muß, so wird das Talent und die Geschiklichkeit des Graveurs sehr in Anspruch genommen.

Wenn die Münzen fertig sind, werden sie in sogenannten Journey-Weights, = 15 Pfund Gold oder 60 Pfund Silber, abgewogen. Diese werden in Säken von den Münzern dem Münzamt zurükgeliefert. Ehe jedoch das Geld endlich den Einführern (Lieferanten der edlen Metalle) abgeliefert wird, unterwirft man es einer Reihe von Untersuchungen, die Controle (check) genannt, um sich vom richtigen Gewicht und Feingehalt desselben zu überzeugen (it is pixed). Wenn die Münzbeamten versammelt sind, um 100 solche