Text-Bild-Ansicht Band 96

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Journey-Weights oder Säke zu controliren, so leert der Münzer den Sak in eine Schale aus, dann nimmt der Wäger und Zähler eine Anzahl Münzen heraus und bringt sie in eine Büchse, welche, wenn sie ein wenig geschüttelt wird, 47 Stük faßt; er leert dann die Büchse in eine Schale aus und übergibt selbe dem Scheider; dieser bringt sie auf eine Waagschale und wägt sie; findet er das Gewicht richtig, so ruft er aus: Normalgewicht (Standard), was dann von einem der Buchhalter und von dem Secretär bestätigt wird. Wiegen die Münzen etwas mehr oder weniger, so ruft er „plus 1“ oder „minus 1“, was bedeutet 1 Grän mehr oder weniger als 1 Pfund Sovereigns; und so wird fortgefahren. Endlich werden die Münzen dem Controleur übergeben, welcher aus jedem Sak eine beliebige Anzahl, wenigstens aber zwei herausnimmt und sie besonders wiegt, um sich zu überzeugen, daß das Pfund nicht bloß das richtige Gesammtgewicht einer Anzahl (lot) von Münzen war, sondern daß jede einzelne das Normalgewicht hat. Dieß geschieht auf einer sehr feinen Waage. Nachdem man sich überzeugt hat, daß das Gewicht richtig ist, wird eine der Münzen dem Scheider eingehändigt, welcher ein kleines Stükchen herausschneidet und es probirt, um sich zu überzeugen, daß die Münze von den Münzern rein zurükkam. Ehe sie zu den Münzern kamen, probirte er die Barren; er probirt nun die Münze, wenn sie von den Münzern kömmt. Das Uebrige wird unter Siegel gelegt, in eine Büchse, pix genannt, in welche 100 Journeys von Sovereigns, also 70,000 Pfd. St. kommen; in der Regel werden wöchentlich drei Büchsen diesem Verfahren unterworfen.

Ich komme nun auf das sogenannte „Remedium“; es ist dieß ein Aushülfsmittel, welches im Korn wie im Schrot eine vermindernde oder erhöhende Abweichung gestattet; 12 Grän Troygewicht vom Pfund werden im Schrot und 15 Grän im Korn als Abweichung gestattet, damit das Geschäft nicht aufgehalten wird und durch geringe Abweichungen keine Schwierigkeiten entstehen. Wenn ich aber sage, daß dieses Remedium existirt, so muß ich auch ausdrüklich bemerken, daß man es in der Münze niemals im Auge hat, sondern stets auf das vorgeschriebene Korn und Schrot hin gearbeitet wird.

Schließlich habe ich noch eine Bemerkung zu machen. Hinsichtlich des Betriebs des Münzgeschäfts hört man oft sagen: „Ihre Münze ist sehr gut, doch sollte das Relief höher seyn, mehr Arbeit und mehr Zeit darauf verwendet werden. Es ist sehr schön, täglich 40,000 Stüke in jeder Presse zum Ausmünzen zu bringen, hinsichtlich der Kunst aber ist es schlimm.“ Dieß ist aber sicherlich nicht der Fall. Es ist von der höchsten Wichtigkeit, daß die Münze so schnell erzeugt werde,