Text-Bild-Ansicht Band 96

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als es mit guter Arbeit nur immer vereinbar ist, und die Leistungen unserer Münze halten den Vergleich mit allen ausländischen aus, so weit dieß vereinbar ist mit der vollkommensten Richtigkeit des Schrots und Korns; denn die erwähnten Prüfungen erheischen nothwendig viel Zeit. Ferner ist zu berüksichtigen, daß der Zinsenverlust auf jede Barre, während sie den Lauf durch die Münze macht, ebenfalls von Wichtigkeit ist. Dazu kommt noch, daß sich bisweilen bei Geldkrisen ein panischer Schreken verbreitet, wie im Jahr 1825; damals wurden Barren am Sonnabend von der Bank eingebracht und am darauffolgenden Dienstag 140,000 Stüke Sovereigs der Bank zurükgeliefert und eben so viele alle Tage bis zum nächsten Sonnabend, worauf sich das Vertrauen wieder herstellte; das Drängen der Bank nahm nun wieder ab und die drohende Krisis war abgewendet. Die Goldbarren kamen Morgens um 9 Uhr von der Bank und um 10 Uhr Nachts waren 47,000 Stüke fertig gemünzt.

In Betreff dessen, was die Münze zu leisten fähig ist, habe ich oben bemerkt, wie viel Stüke die Prägmaschinen fertigen. Ich will zum Schlusse einige Beispiele anführen, aus welchen man ersieht, was hierin geschah. In sieben Tagarbeiten betrug im Jahr 1842 das Gewicht der in dieser Woche verarbeiteten Goldbarren 10 Ton.; die verfertigten Münzstüke betrugen im Gewicht 12,085 Pfd.; der Zahl nach waren es 985,434 Stüke. Vom 1. Julius 1842 bis zum 1. Jul. 1844 wurden in der Münze an Sovereigns und halben Sovereigns 15,920,411 Stüke ausgeprägt; Silbermünzen 20,976,000 Stüke; Kupfermünzen 19,621,956 Stüke; zusammen also 56,528,367 Stüke. Seitdem, nämlich vom 1. Jul. 1844 an bis zum 31. Decbr. desselben Jahres wurden außerdem 10,000,000 Sovereigns geprägt, so daß in diesem Zeitraum von 2 1/2 Jahren die Münze 66,528,367 Stüke in Gold und Silber producirte, welche alle Prüfungen durchmachten.

Die Untersuchung des Pix geschieht durch eine Jury von Goldschmieden. Diesen werden von Zeit zu Zeit die Pixsäke übergeben und in Westminster mit großer Ceremonie übernommen, wo der Lordkanzler eine Jury mit ihrer Prüfung beauftragt; diese Jury berichtet über das Resultat der Probe und in Folge dieses Berichts ist der Münzdirector von aller Verantwortlichkeit überhoben.

Zwei Documente geben über die Operationen in der Münze zu London nähere Aufschlüsse, erstens ein Artikel in der Encyclopaedia Britannica über das Maschinenwesen der Münze und zweitens der oben erwähnte Parlamentsbericht.50)

50)

Wir verweisen auf den Artikel „Münzkunst“ in Prechtl's technologischer Encyklopädie, Bd. X S. 224. A. d. R.