Text-Bild-Ansicht Band 96

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immer nur in kleinen Quantitäten, von ungefähr 1/2 Unze, bereitet.

Mit diesem Fett, Baumwolle und troknen Tripel schleift man nun die Platten in die Runde, nimmt dann das Fett so viel als möglich mit Tripel und Baumwolle weg, und schleift hierauf mit Baumwolle, Tripel und Spiritus, hauptsächlich um die lezte dünne Schicht Fettigkeit wegzunehmen. Dann schleift man mit Baumwolle, Roth oder Knochen und Spiritus, oder statt dessen sogleich mit Sammt Nr. 1, Roth oder Knochen und Spiritus, in die Runde, um der Platte einen feineren Strich zu geben. Endlich mit Roth oder Knochen, Spiritus und Sammt Nr. 2, um zu poliren, zulezt mit troknem Sammt Nr. 2, oder Roth, um die Politur zu vollenden, den Strich in bestimmter Richtung zu geben und alles noch anhaftende trokne Puzmittel zu entfernen; bei den beiden lezten Operationen kann man etwas stark aufdrüken, auch muß man zum lezten troknen Puzen stets ein neues Stük Sammt anwenden.

Der Sammt Nr. 1 wird auf folgende Weise vorbereitet: man nehme guten Baumwollensammt, am besten von weißer, oder doch einer solchen Farbe, welche von Ammoniak zerstört wird, thue denselben in einen neuen reinen irdenen Topf, gieße reines Regenwasser darauf und seze eine kleine Quantität liq. ammon. caustic. dazu, wenigstens so viel als nöthig ist, um dem Wasser einen schwachen Ammoniakgeruch zu ertheilen, lasse den Sammt wenigstens eine Stunde gut durchweichen, koche ihn hierauf in demselben Wasser ebenfalls wenigstens eine Stunde, gieße dann das Wasser ab, und drüke den Sammt mit Hülfe einer reinen hölzernen Kelle aus, indem man ihn wiederholt mit reinem Wasser übergießt; zulezt koche man ihn nochmals in reinem Regenwasser, spüle ihn aus, und lasse ihn dann im Schatten troknen. Ueberhaupt hüte man sich sorgfältig, den Sammt an solchen Stellen mit den Händen anzugreifen, welche zum Schleifen der Platten gebraucht werden sollen.

Baumwollensammt Nr. 2 unterscheidet sich von Nr. 1 dadurch, daß derselbe noch in Spiritus gereinigt wird, nachdem er schon der vorhergehenden Procedur unterworfen worden war. Man läßt den Sammt einige Stunden in einem reinen Porzellangefäß in Spiritus weichen, spült ihn dann nochmals in reinem Spiritus und zulezt in destillirtem Wasser aus, und läßt ihn wieder im Schatten troknen; den Spiritus muß man wenigstens von derselben Stärke anwenden, wie man ihn zum Schleifen der Platten gebraucht. Der Sammt Nr. 2 ist entbehrlich, wenn Nr. 1 gehörig rein ausfiel, man kann aber dessen nie so ganz sicher seyn; es wäre besser immer nur Nr. 2