Text-Bild-Ansicht Band 96

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ab, nimmt die Platte mit dem Gefäß und läßt sie erkalten. Zuweilen, jedoch selten, ist das Entwikeln der Luftblasen so stark, daß es nöthig ist noch Wasser zuzugießen, um das Sieden länger fortzusezen. Behaucht man eine solche Platte nach dem Erkalten, so wird man in der Regel finden, daß sie ganz voller Fleken ist, man muß sie daher jezt noch mit Roth, Spiritus und Sammt Nr. 2 leicht übergehen, um die Fleken wegzunehmen, und dann noch mit Sammt Nr. 2, um alles Roth zu entfernen. Die lezten beiden Operationen müssen mit sehr leichter Hand gemacht werden, denn die Politur der Platte muß schon vor dem Sieden vollendet seyn, auch darf man die ganze Operation nur kurz vor dem Jodiren der Platten vornehmen.

Der Sammt hat das Unangenehme daß er zuweilen Fasern auf der Platte zurükläßt; diese lassen sich aber leicht durch lokere Baumwolle entfernen.

Die zulezt angegebene Methode des Siedens der Platten, verbunden mit den gehörigen Vorsichten beim Bromiren, ist die einzige, welche ich bis jezt zu wissenschaftlichen Versuchen brauchbar halte, wenn man Daguerre's Verfahren anwenden will; denn nur mit Hülfe derselben habe ich Resultate erhalten, welche als hinreichend constant betrachtet werden können. Für gewöhnliche Versuche aber, wenn man nur die Absicht hat schöne Bilder zu erhalten, möchte ich dieses Verfahren nicht empfehlen, obgleich es mehr Sicherheit gewährt als die übrigen, denn die Bilder werden zwar äußerst fein und zart, erhalten aber so wenig Rundung, daß sie nicht wohl befriedigen können.

3) Schleifen gebrauchter Platten.

Platten, die zwar den Queksilberdämpfen ausgesezt, aber nicht vergoldet wurden, braucht man zwar nicht aufs neue mit gesäuertem Fett zu schleifen, sondern man kann sogleich mit Spiritus beginnen; man thut aber immer besser sie wie neue Platten zu behandeln, weil man sonst leichter Gefahr läuft nicht alles Queksilber zu entfernen, was der Reinheit des neuen Bildes leicht Eintrag thut. Es zeigte sich immer besser, wenn solche Platten durch unterschwefligsaures Natron von der empfindlichen Schicht befreit worden waren, obgleich dieß nicht unumgänglich nöthig ist. Statt des Tripels kann man zum gesäuerten Fett feines Roth nehmen, um die Platten nicht unnöthigerweise zu stark anzugreifen.

Vergoldete Platten schleift man zunächst mit verdünntem Königswasser, aus einem Theil Salpetersäure, einem Theil Salzsäure und