Text-Bild-Ansicht Band 96

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für jeden Apparat durch Versuche gefunden werden muß. Ein Theil gesättigtes Bromwasser auf 40–60 Theile destillirten Wassers habe ich für das beste Verhältniß gefunden; es hängt dieß Verhältniß aber von den Apparaten ab, denn man muß es so wählen, daß man im Mittel bei einer gewissen Temperatur des Bromirapparats und Wassers, die man constant zu erhalten sucht, die polirten Platten 1 Minute den Bromdämpfen aussezen muß, um das Maximum der Empfindlichkeit zu erhalten.51) Dieß gilt für Platten, welche noch nicht vergoldet waren; bei einer kleineren Zeit hat ein Fehler in der Zeit einen zu bedeutenden Einfluß auf die Empfindlichkeit der Platten, und bei einer bedeutend größeren sezt man sich zu leicht einem nachtheiligen Einfluß der Wasserdämpfe aus. Der beste Bromirapparat ist ein vierekiges Porzellangefäß mit flachem Boden, welches für Viertelplatten wenigstens 2 1/2 Zoll hoch und so breit seyn muß, daß die Platten auf allen Seiten wenigstens einen Zoll von den Wänden des Gefäßes abstehen. In die Mitte dieses Gefäßes stellt man eine flache runde Schale, wenigstens von 2 1/2 Zoll Durchmesser und mit recht ebenem Boden, in diese wird das verdünnte Bromwasser gegossen; 1 Loth Bromwasser ist hinreichend für eine Viertelplatte. Das größere Porzellangefäß stelle man in ein Beken, in welchem sich Wasser befindet, was man beiläufig immer auf einer gleichen Temperatur zu erhalten sucht; hat man einen Brunnen in der Nähe, aus welchem man immer Wasser von constanter Temperatur haben kann, so ist dieß nicht schwer; wo man diese Bequemlichkeit aber nicht hat, da muß man ein Thermometer zu Hülfe nehmen, und sich die gehörige Erfahrung zu verschaffen suchen, um wie viel die Zeit des Bromirens bei einer Temperaturveränderung geändert werden muß; das Bromwasser selbst muß man auf gleiche Weise auf einer constanten Temperatur zu erhalten suchen, auch bereite man das verdünnte Bromwasser nur immer in kleinen Quantitäten zu wenigen Versuchen im voraus. Man kann zwar zwei oder drei Platten unmittelbar hinter einander mit demselben Bromwasser bromiren, indem man für jede Platte einige Minuten an Zeit zugibt, doch ist es besser das einmal gebrauchte Bromwasser sofort wegzugießen; das große Gefäß lasse man stets offen stehen und wasche es öfter aus, um alles Brom zu entfernen, welches sich an den Wänden niedergeschlagen haben kann. Bedient man sich einer Camera obscura, bei welcher die Platten auf einem Brett befestigt werden, das größer als

51)

Um die ersten Versuche zu erleichtern, bemerke ich, daß die Zeitdauer der Bromirung beiläufig im umgekehrt quadratischen Verhältnisse der Stärke der Bromlösung steht, so daß bei einer doppelt so starken Lösung man nur 1/4 der früheren Zeit braucht.