Text-Bild-Ansicht Band 96

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von der Baumwolle verzögert zwar die Operation, gibt aber mehr Sicherheit in Hinsicht der Gleichmäßigkeit der empfindlichen Schicht Man hebe die Baumwolle von der einen Seite bis zur Mitte des Bodens etwas in die Höhe, gieße eine kleine Quantität Bromjodlösung in das Gefäß, deke die Baumwolle schnell darüber und verschließe das Gefäß mit der Glasplatte. So verschlossen lasse man das Gefäß eine halbe Stunde oder länger stehen, damit sich die Baumwolle recht gleichmäßig mit den Bromjoddämpfen durchziehe, dann öffne man es einige Minuten, damit sich die ersten starken Dämpfe zerstreuen, wobei es gut ist durch Wehen einen Luftzug hervorzubringen. Befolgt man diese leztere Vorsicht nicht, so wird man in der Regel im Anfang eine zu starke vorherrschende Wirkung des Broms bemerken, und man kann dann den Apparat nicht wohl ohne vorherige Jodirung der Platten gebrauchen. Dieß scheint daher zu kommen, daß man, um nicht zu wenig Brom zu haben, gewöhnlich bei der Bereitung des troknen Bromjodids etwas zu viel Brom nimmt, und dann beide Bromjod-Verbindungen, die feste und die flüssige, vermengt bekommt; in lezterer ist aber das Brom vorherrschend. Es hat mir geschienen, als könne man auf dem hier beschriebenen Apparat auch die leztere flüssige Verbindung recht gut gebrauchen, wenn man neue Platten bis zur goldgelben Farbe vergoldet, aber nur leicht gelb vorjodirt, und sie dann bis zum Roth über dem Bromjod läßt; ich habe jedoch hiermit nur ein Paar Versuche anstellen können, die zwar sehr gut gelangen, der Zahl nach aber nicht hinreichend sind, um über diese Frage zu entscheiden. Für das trokne Bromjod ist das vorherige Jodiren überflüssig, es würde dieß nur der Empfindlichkeit nachtheilig seyn; man sezt die Platten unmittelbar den Dämpfen des troknen Bromjods aus bis zur rothen Farbe. Bekommt bei dem ersten Versuch eine gute Platte schnell weiße Punkte, so muß man den Apparat noch etwas lüften. Man braucht nun noch einen hölzernen lakirten Rahmen, in welchen die Platten mit ihrer Fassung gelegt werden, und welcher beim Bromiren an die Stelle der Glastafel kommt; dieser Rahmen muß auf dem Gefäß leicht im Kreis gedreht werden können, damit sich die Platten recht gleichmäßig bromiren, und nach jedem Bromiren wird derselbe wieder durch die Glastafel ersezt. Mein so vorgerichteter Apparat wirkte drei Tage hinter einander ohne neues Zugießen von Bromjodlösung sehr konstant, und ich habe damit gerade meine schönsten Bilder erhalten; als er aber acht Tage lang ungebraucht gestanden hatte, schien das Brom größtentheils verflüchtigt und hauptsächlich nur Jod zurükgeblieben zu seyn, man muß dann frische Lösung zugießen. – Ich verfiel auf dieses Verfahren erst kurze Zeit vorher,