Text-Bild-Ansicht Band 96

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als ich meine Versuche schließen mußte, und habe daher über dasselbe nicht so viele Erfahrungen sammeln können, als z.B. über die Anwendung des Bromwassers; ich glaube es jedoch mit Recht den Praktikern zur Vervollkommnung empfehlen zu dürfen.

Hier muß ich bemerken, daß bei einer Auflösung von Jod in Schwefeläther sich allmählich Jodwasserstoffsäure, und bei einer Auflösung von Brom in Aether sich allmählich Bromäther und Bromwasserstoffsäure bilden; es ist daher nicht vorauszusehen, daß die Lösung von Bromjod in Aether sich lange constant halten sollte, weßhalb man wohl thun wird, sie nur immer in kleinen Quantitäten zu bereiten und möglichst frisch anzuwenden. Jedoch wirkte eine solche Lösung, die an einem dunklen Ort aufbewahrt worden war, nach vier Wochen noch ganz gut.

Alle Lösungen von Brom und Jod, die ich versuchte, zeigten sich für die Photographie nicht bequem, wenn eine schnelle Säurebildung in ihnen stattfand. Wenn auch eine solche Lösung im Anfang, so lange die Säurebildung nicht bemerkbar war, gut photographisch wirkte, so hörte sie doch auf brauchbar zu seyn, sobald sich eine saure Reaction bemerkbar machte. Ich halte daher die Bildung der erwähnten Säuren in den photographischen Substanzen, vor der Einwirkung des Lichts auf die Platte, als nachtheilig für den photographischen Proceß, und für eine Ursache des Mißlingens der Operationen. Deßhalb finde ich auch den Schwefeläther nicht für das beste Auflösungsmittel für Jod und Brom zum Gebrauch in der Daguerreotypie, doch kenne ich bis jezt noch kein anderes, welches den Vorzug verdiente, wenn man nicht wässerige Lösungen anwenden will. Man hat mit demselben Uebel, der Bildung von Bromwasserstoffsäure zu kämpfen, wenn man gesättigtes Bromwasser auf längere Zeit vorbereitet, und die Lösung nicht hinreichend gegen die Einwirkung des Lichts geschüzt wird, oder wenn fremdartige Körper in die Lösung fallen. So lange noch flüssiges Brom unaufgelöst auf dem Boden des Fläschchens sich befindet, in welchem man das gesättigte Bromwasser bereitet hat, ist die Bromwasserstoffsäure nicht sehr zu fürchten, wenn man das verdünnte Bromwasser nach der Farbe bereitet; doch muß ich meinen Versuchen nach dafür halten, daß sie auch in diesem Fall der Empfindlichkeit der Platte und Reinheit des Bildes entgegenwirkt, und man wird daher immer wohlthun, alles zu vermeiden was ihre Bildung begünstigen kann. Derselbe Umstand der leichten Säurebildung hat mich verhindert die Anwendung der wässerigen Lösungen von Chlorjod mit Brom weiter zu verfolgen; die verschiedenen Verbindungen, welche ich versuchte,