Text-Bild-Ansicht Band 96

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wirkten zwar anfänglich alle recht gut, zeigten sich aber der leichten Säurebildung wegen sehr unbeständig.

Zur Abmessung einer bestimmten Quantität Brom oder gesättigten Bromwassers bediene man sich lieber einer kleinen graduirten Sprize, welche oben mit Kautschuk zugebunden ist, statt der gewöhnlichen französischen mit Stempel.

Nach Gmelin's Handbuch der Chemie, vierte Ausgabe, gibt es zwei Verbindungen von Brom und Jod, und zwar die feste, Bromjod im Minimum, von welcher schon oben die Rede gewesen ist, und die flüssige oder Fünffach-Bromjod; beide sind in der Photographie anwendbar. Die zweite Verbindung erhält man bekanntlich dadurch, daß man nur wenig Jod zu Brom bringt, so daß keine feste Verbindung entsteht und noch etwas Jod ungelöst zurükbleibt. Wie Löwig bemerkt hat, löst sich diese Verbindung reichlich in Wasser, mit Abscheidung des etwa überschüssigen Broms oder Jods. Liegen des vorherrschenden Broms ist es mir nicht gelungen, mit dieser Verbindung ohne vorherige Jodirung gute Resultate zu erhalten. Für Personen, welche eine wässerige Lösung von Bromjod anwenden wollen, dürfte folgende Bereitung derselben die einfachste und zugleich diejenige seyn, bei welcher das wenigste Material unnüz verwendet wird. Man gieße gesättigtes Bromwasser auf ein wenig Jod, und lasse es so 12–24 Stunden an einem dunkeln Ort stehen, um eine gesättigte Lösung von Jod zu erhalten; dann gieße man die Lösung ab und seze etwas Brom zu, so daß auf dem Boden der Flasche ungelöstes Brom zurükbleibt, wodurch man sich gegen den Verlust von Brom aus der Lösung, und daher auch gegen eine Abnahme der Empfindlichkeit derselben schüzt. Diese Lösung wendet man dann in einer beliebigen Verdünnung an. Am besten scheint die citrongelbe Verdünnung; die Platten werden goldgelb jodirt und dann bis zum Rothwerden über der Bromjodlösung gelassen; die Verdünnung verfertige man erst dann, wenn man sie nöthig hat. Der Vorschriften zur Verfertigung von Lösungen beschleunigender Substanzen sind so viele gegeben worden, daß es schwer ist alle zu prüfen, doch habe ich deren noch mehrere versucht, die ich hier übergehe. Nur einer Substanz will ich hier noch erwähnen, welche sich der Säurebildung weniger unterworfen zeigte als die übrigen, dafür aber auch den Platten nur eine geringe Empfindlichkeit ertheilte. Sezt man zu gesättigtem Bromwasser tropfenweis etwas weniges einer gesättigten Jodlösung in Spiritus, so bildet sich ein Niederschlag, der fast wie sehr fein zertheiltes Jod aussieht. Gießt man nun die Flüssigkeit von dem Niederschlag möglichst rein ab, und schüttelt lezteren mit destillirtem Wasser, bedeutend mehr als man