Text-Bild-Ansicht Band 96

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einem ganz anderen Ort der Stadt, zu gleicher Zeit mit dem Daguerreotyp arbeitete, dieselbe Bemerkung wegen der wechselnden Empfindlichkeit gemacht hätte, ohne an den Einfluß von Gewittern gedacht zu haben; derselbe kam zunächst zu mir, um mir die Bemerkung mitzutheilen: „man müsse an verschiedenen Tagen verschieden stark bromiren, um dieselbe Empfindlichkeit zu erhalten.“ Als die Gewitterzeit vorüber war, habe ich einen so starken und häufigen Wechsel der Empfindlichkeit der Platten nicht wieder beobachtet; in viel geringerem Grad machte er sich jedoch auch dann noch zuweilen wahrnehmbar, so daß ich mir die Bemerkung erlaubte, das Daguerreotyp könne mit der Zeit noch zu einem meteorologischen Instrument werden.

Queksilberapparat.

Reines flüssiges Queksilber ist jedenfalls dem Amalgam von Soleil vorzuziehen; gegen das Sprizen des Queksilbers schüzt man sich einfach dadurch, daß man einen mit Gas überzogenen Holzrahmen in den Apparat legt und hierauf lokere Baumwolle dekt. Das Queksilber muß man von Zeit zu Zeit mit einer Feder von dem Queksilberhäutchen reinigen, welches sich auf seiner Oberfläche bildet. Auch von Seiten des Queksilberapparats kann in Folge eingesogener Bromdämpfe eine nachtheilige Rükwirkung auf die Platte eintreten, ich habe dieß aber nur einmal bei einem meiner Apparate beobachtet; einige Tropfen flüssigen Ammoniaks und Aussezen des Apparats in die freie Luft half auch hier, wie bei der Camera obscura.

Waschen im unterschwefligsauren Natron.

Das Waschen der Platten im unterschwefligsauren Natron würde mir zu keiner besonderen Bemerkung Veranlassung gegeben haben, wenn es sich nur um solche Bilder handelte, welche nicht mit der Fizeau'schen Goldsolution vergoldet werden sollen; will man aber dem Bilde diese lezte Vollendung geben, so kommt auch auf die eben in Rede stehende Operation viel an. Um bei der Vergoldung ein reines Bild zu erhalten, muß das Natron die empfindliche Schicht in ihrer ganzen Ausdehnung möglichst zu gleicher Zeit und gleichmäßig angreifen; deßhalb rühre oder schüttle man die Natronlösung vor dem Hineinlegen der Platten vorher durch einander, und lasse so viel als möglich die Platten so in die Lösung fallen, daß sie von derselben gleichzeitig ganz bedekt werden; dann schüttle man die Platten in der Lösung hin und her, bis sie sich von der empfindlichen Schicht ganz befreit zeigen. Das Verfahren, die Platten vorher in reines Wasser und dann feucht in das Natron zu legen,