Text-Bild-Ansicht Band 96

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ist nicht zu verwerfen, weil alsdann die Natronlösung leichter die empfindliche Schicht gleichmäßig angreift; die Platten mit Spiritus zu benezen, halte ich aber weder für nöthig, noch gerade für vortheilhaft, im Gegentheil habe ich einigemal gerade dadurch Fleken auf die Platte bekommen. Reinigt sich die Platte ungleich, so daß sich auf derselben Fleken zeigen, wo die empfindliche Schicht länger haftet als an anderen Stellen, so ist schon wenig Wahrscheinlichkeit, durch die Vergoldung ein reines Bild zu erhalten, denn jene Fleken treten beim Vergolden in der Regel wieder hervor. Es gelingt zwar zuweilen diese Fleken, sobald sie beim Vergolden hervortreten, noch zu vernichten, indem man die Lampe unter der Platte so führt, wie man einen Pinsel führen würde, um Fleken zu verwaschen, jedoch hilft dieß Mittel nicht immer. Bedient man sich statt des unterschwefligsauren Natrons einer Kochsalzlösung und zugleich einer galvanischen Wirkung, indem man einen Zinkstab langsam auf dem Rand der Platte herumführt und einzelne Stellen der Platte damit berührt, so unterlasse man das Vergolden ganz, denn eben solche Wolkenlinien, wie die Begränzung der empfindlichen Schicht bildet, indem sich dieselbe langsam vom Zinkstab zurükzieht, treten beim Vergolden bleibend auf der Platte hervor, und außerdem wird das Bild noch gewöhnlich grau. Vor dem Aufgießen der Vergoldungsflüssigkeit wasche man jede Platte sorgfältig in destillirtem Wasser, um alles Natron zu entfernen.

Vergoldung.

Die von Fizeau angegebene Methode der Vergoldung gewährt nicht nur den Vortheil das Bild zu fixiren, sondern sie erhöht auch die Schönheit des Bildes bedeutend; es ist aber gerade diese Operation, bei welcher mir viele schöne Bilder verunglükt sind. Die kalte Vergoldung hat die guten Eigenschaften der Fizeau'schen nur im geringen Grade. Dagegen habe ich aber die Nachtheile der lezteren an ihr nicht bemerkt, doch ist es mir vorgekommen, daß Bilder, durch die kalte Vergoldung fixirt, nach längerer Zeit schwarz und flekig geworden waren, obgleich sie anfangs ganz rein und schön erschienen. Die oben erwähnten Fleken schienen zuweilen ihren Grund im Puzen, zuweilen im Jodiren der Platte zu haben, denn sie wiederholten sich nicht immer auf derselben Platte; dagegen gibt es aber Platten, wo die Ursache dieser Fleken in den Platten selbst liegen muß, denn sie wiederholten sich an derselben Stelle mit ziemlich derselben Form, was man auch immer mit der Platte beginnen mochte. Außer diesen Fleken, deren Ursprung ich mit Sicherheit nicht auffinden konnte, zeigen sich zuweilen bei der heißen Vergoldung auch andere von weißgrauer