Text-Bild-Ansicht Band 96

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Farbe, deren Ursachen mir nicht zweifelhaft geblieben sind. Diese lezteren Fleken können außer dadurch, daß beim Waschen im unterschwefligsauren Natron die empfindliche Schicht nicht in allen Stellen vollkommen entfernt wurde, noch entstehen:

1) auf einer neuen Platte, in Folge nicht gehörig reinen Puzens derselben;

2) auf einer Platte, welche den Queksilberdämpfen ausgesezt worden war, in Folge davon, daß bei dem Schleifen die Platte nicht stark genug angegriffen und deßhalb nicht alles Queksilber gehörig entfernt wurde;

3) in Folge, daß nach dem Waschen im unterschwefligsauren Natron die Platte nicht von dem Natron gehörig gereinigt wurde;

4) in Folge einer Zersezung der Goldlösung.

Vielleicht gibt es noch andere Ursachen dieser Fleken, mir sind aber keine weiteren vorgekommen. Was die unter 1 bis 3 angegebenen Ursachen der Fleken betrifft, so folgt schon aus dem Vorhergehenden, wie sie vermieden werden können, es soll daher hier nur noch von Nr. 4 die Rede seyn. Zur Verfertigung der Goldauflösung habe ich mich immer französischer Materialien bedient und mich genau an Fizeau's Vorschrift gehalten. Die Goldlösung ist mir immer recht gut gelungen, sie war in der Regel rein und wasserklar; allein sie zeigte sich als eine ziemlich unbeständige Verbindung. Im Anfang wirkte die Lösung recht gut, gewöhnlich zeigten sich aber bald weiße Floken in derselben, und dann entstanden auf den Platten auch weiße Fleken, überhaupt wirkte sie dann schlechter als früher. Man kann eine solche Lösung wieder ganz brauchbar machen, wenn man sie auf ein Filtrum bringt, und dann mehr neue Goldlösung, von 1 Theil Chlorgold auf 500 Theile Wasser zusezt. Wie viel Chlorgold man aber in solchen Fällen zusezen muß, kann ich nicht sicher bestimmen; etwas zu viel Gold hat aber keinen erheblichen Nachtheil, die Bilder erhalten höchstens einen schwachen Goldton, der keineswegs unangenehm ist. Jedenfalls darf man aber nicht so viel Chlorgold zusezen, daß die Flüssigkeit eine bemerkbare Färbung zeigt, wenn man den Goldton vermeiden will. Eine Quantität Goldlösung habe ich auf solche Weise dreimal glüklich verbessert. Mißlingt die Goldlösung bei der ersten Verfertigung, so daß sie sich etwas bräunlich färbt, so kann man sie auf dieselbe Weise verbessern wie die flokig gewordene. Kleine Platten braucht man nach der Vergoldung nicht mit siedendem Wasser zu waschen, sondern man spüle sie nur mit kaltem Wasser rein ab, fasse sie an einer Eke mit einer Zange und erhize sie an der anderen Eke mit einer Spirituslampe, indem man die Platte etwas geneigt hält; sobald das Wasser