Text-Bild-Ansicht Band 96

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anfängt sich zurükzuziehen, blase man stark auf die Platte und folge dem Rand des Wassers mit der Lampe nach. Um dieß Verfahren anzuwenden, muß man sich aber zuvor darin üben, sonst thut man besser die Platten mit kochendem Wasser zu waschen.

Mittel die Dike der empfindlichen Schicht zu erhöhen.

Es ist hinreichend bekannt und schon mehrfach besprochen worden, daß alle Bilder, welche man mit Benuzung der im Vorhergehenden erwähnten Mittel erhält, sehr wenig Plastisches haben, und Daguerre schreibt dieß gewiß mit Recht der äußerst geringen Dike der empfindlichen Schicht zu; denn wenn es gelingt diese Dike zu erhöhen, so erhalten auch die Bilder weit mehr Rundung, und zuweilen fast künstlerische Vollendung. Es ist vorgeschlagen worden, die Platten zu diesem Zwek mit ätherischen Oehlen, z.B. Lavendelöhl, Steinöhl etc., zu behandeln, nachdem sie schon gehörig polirt worden sind, und in der That kann man auf diesem Weg zu Bildern gelangen, welche andere ohne dieses Mittel erhaltenen weit übertreffen. Ich habe aber doch bei der Anwendung ätherischer Oehle größere Schwierigkeiten gefunden, als ich erwartete; denn es gelingt nicht immer den Platten durch diese Substanzen einen hinreichend gleichmäßigen Ueberzug zu geben, um ein reines Bild zu erhalten. Am besten gelang mir dieß noch, wenn nach der Auftragung des Oehls und möglichster Abgleichung desselben mit Baumwolle, ich die Platten noch leicht mit Roth, Sammt Nr. 2 und Spiritus, und dann noch mit troknem Sammt Nr. 2 überzog. Doch auch dann verunglükten mir die Bilder mehrfach.

Eine andere Methode zur Erhöhung der Dike der empfindlichen Schicht ist die von Hrn. Daguerre vorgeschlagene (welche im polyt. Journal Bd. XCII S. 284 mitgetheilt worden ist). Ob außerdem noch andere Vorschläge zu diesem Zwek gemacht worden sind, ist mir bis jezt nicht bekannt geworden. Was nun diese Methode anbetrifft, so kann ich aus eigener Erfahrung versichern, daß man durch dieselbe wirklich zu sehr schönen Resultaten gelangen kann; allein obgleich ich dieselbe nur für Achtelplatten in Anwendung gebracht habe, zeigte sich mir doch, daß dieselbe äußerst zeitraubend ist und aus diesem Grund schon allein schwerlich viele Anwendung finden wird. Hierzu kommt aber noch der Umstand, daß diese Methode mehrere Operationen erfordert, welche nur einer sehr geübten Hand hinreichend gelingen können; überhaupt müssen aber bis zur Jodirung acht Operationen mit der Platte vorgenommen werden, und man kann daher fast nie sagen, worin ein mißlungener Versuch seinen Grund hatte. Daguerre sucht in seiner Methode alles zu vereinigen,