Text-Bild-Ansicht Band 97

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Ein kleines Röhrchen befindet sich auf der Achse, welche den doppelten Zeiger trägt. Das obere Ende des Röhrchens ist an dem oberen Theil des Zeigers befestigt, während das untere Ende mit einer Scheibe versehen ist, auf welche eine gespannte Feder plözlich beim Abschnappen einen außerordentlich raschen Druk ausüben kann.

Ein außerhalb angebrachter Drüker dient zum Spannen der Feder. Dieß kann nun schnell oder langsam geschehen, ohne daß es auf den Zeiger Einfluß hätte, weil die Feder erst im Moment des Abschnappens auf den Zeiger wirkt. Die Wirkung der Feder findet statt, so bald ihr Ende, welches durch den Druk des Fingers auf eine schiefe Ebene gehoben wird, die höchste Stelle derselben erreicht hat; sie schnappt dann auf der entgegengesezten Seite der schiefen Ebene von selbst ab. Während dieses Abschnappens, wobei bloß die Elasticität der Feder die Geschwindigkeit bedingt, senkt sich der als Feder dienende Zeiger auf das Zifferblatt und macht mit Tinte einen Punkt auf dasselbe.

Die Anordnung ist so, daß sich der obere Zeigertheil senkt, während der untere Theil mit dem Tintengefäß, womit er immer fest verbunden bleibt, vorwärts geht, ohne daß dadurch sein regelmäßiger Gang in irgend einer Weise gestört würde. Man wird leicht einsehen, daß dieß seyn kann, wenn man bedenkt, daß das Röhrchen, womit der obere Zeigertheil verbunden ist, unten eine kreisförmige Scheibe trägt, auf welche das Ende der Feder immer drüken kann, welche Stellung auch die Zeiger im Augenblik des Punktirens haben mögen. Diese mechanische Wirkung ist in der Uhrmachern unter dem Namen coup de fouet bekannt – ein Ausdruk, wodurch die Geschwindigkeit der Function gut bezeichnet wird.

Hr. Rieussec oder seine Nachahmer versuchten auch andere Mechanismen anzuwenden, um dieselben Resultate zu erhalten. So glaubte der Erfinder des Chronograph selbst das Punktiren des Zeigers dadurch hervorbringen zu können, daß einer Masse, die an der Zeigerröhre befestigt wäre, dadurch eine plözliche Bewegung mitgetheilt würde, daß man an das ganze Instrument beim Beginn der Beobachtung schnell stößt.

Andere wollten, anstatt einfach die Feder durch den Druk des Fingers zu spannen, die bewegende Kraft der Uhr noch zum Punktiren des Zeigers verwenden. Diese lezte Anordnung hat, ohne einen wesentlichen Vortheil darzubieten, den großen Nachtheil, daß bei jeder Beobachtung die Triebfeder im Federhaus etwas entspannt wird, was zur Folge hat, daß die Uhr nicht so lange geht als sonst.

Mehr die Neuerungssucht, als das wirkliche Verlangen nach einer Verbesserung scheint bis jezt Veranlassung gewesen zu seyn, die