Text-Bild-Ansicht Band 97

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Um den Bloklak oder andere Lakarten in Schellak (Scheiben- oder Tafellak) zu verwandeln, bringt man ein Schlangenrohr, durch welches Dampf von beiläufig 50 Pfd. Druk auf den Quadratzoll streicht (oder wie bei Perkins' Heizmethode Wasser von 100°, höchstens 108° R. circulirt) über einem Paar der erwähnten sich umdrehenden Walzen an. Am besten ist es, wenn die Windungen des Schlangenrohrs einen Trichter oder Kegel bilden, dessen Seiten unter einem Winkel von beiläufig 60° gegen einander geneigt sind und der Raum zwischen jeder Windung einen Viertelszoll beträgt. Den Lak gibt man in den durch die Röhrenwindungen gebildeten Trichter; er schmilzt darin, fällt dann auf die sich umdrehenden Walzen und wird so in Schellak verwandelt.

Dieser Apparat läßt sich auch statt des vorher beschriebenen Verfahrens benuzen, um den Lak zu reinigen; in diesem Fall überzieht man die Röhrenwindungen auf der Innen- oder Außenseite mit Drahttuch von geeigneter Feinheit, durch welches nur der geschmolzene reine Lak auslaufen kann, während die Unreinigkeiten desselben zurükgehalten werden.

CXVII. Ueber den Blutegelhandel, insbesondere in Frankreich; von Chevallier.

Im Auszug aus dem Journal de Pharmacie, August 1845, S. 135.

Die Blutegel, deren man sich gewöhnlich bedient, sind 1) der officinelle Blutegel (Sanguisuga officinalis; Hirudo provincialis von Carena; 2) der grüne, graue Blutegel (Sang. medicinalis). Jede dieser beiden Species hat wieder verschiedene Varietäten.

Die Sümpfe und Teiche der Departements der Indre und Loire, der beiden Sèvres, der untern Loire, der Maine und Loire, der Vendée, der Loire und Eher, der obern Marne, der Sologne, gewisse Bäche in verschiedenen Gegenden, waren reich an medicinischen Blutegeln und die Ausbeutung dieses von der Natur gegebenen Reichthums reichte nicht nur für den Bedarf Frankreichs, sondern auch zur Ausfuhr nach England hin. Zwar werden auch gegenwärtig noch Blutegel aus den französischen Departements bezogen, der größte Theil des Bedarfs aber kömmt vom Auslande; sie werden in großer Menge in den Sümpfen Ungarns, Rußlands, der Wallachei, der Türkei und Aegyptens gefischt; eine geringe Quantität endlich wild aus Algier bezogen.