Text-Bild-Ansicht Band 97

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Exosmose und Endosmose, des Durchgangs von Flüssigkeiten durch poröse Körper, angewandt werden. (Chemical Gazette, 1845, Nr. 67.)

Verfahren zur Bereitung von Kohlenoxydgas.

Pelouze beobachtete, daß Milchsäure, mit einem Ueberschuß von Schwefelsäure erwärmt, reines Kohlenoxydgas liefert. Die Aehnlichkeit der Elementarzusammensezung des Rohrzukers und Stärkmehlzukers mit der der Milchsäure veranlaßte Prof. Filhol zu Toulouse, 20 Gramme Rohrzuker mit 80 Grammen concentrirter Schwefelsäure bei gelinder Wärme zu verkohlen. Die 2 Liter Gas, welche sich dabei entwikelten, enthielten ungefähr 1/5 Kohlensäure und 4/5 Kohlenoxydgas. Uebrigens fällt das Gasgemisch jedesmal anders aus. Von der Kohlensäure durch Kalkwasser befreit, verhielt es sich wie reines Kohlenoxydgas. Stärkmehlzuker und Kartoffelstärkmehl gaben dieselben Resultate. Allerdings erhält man mit Milchsäure dieses Gas rein, allein die Abscheidung der Kohlensäure ist so leicht, daß man sich als wohlfeiler am besten des Zukers bedient. In den Laboratorien wird man sich dieses Verfahrens mit vielem Vortheil bedienen. (Journal de Pharmacie, Aug. 1845, S. 199.)

Galvanoplastische Fällung von Legirungen.

C. V. Walker bereitet zu diesem Behufe eine concentrirte Cyankalium-Auflösung und beginnt dieselbe mit einer Kupfer-Anode zu elektrolysiren; sobald das Kupfer sich aufzulösen angefangen hat, wird die Kupfer-Anode entfernt und durch eine Zink-Anode ersezt; nachdem die Wirkung eine kurze Zeit hindurch fortgedauert, sezt sich an der Kathode Messing ab. Die Auflösung ist nun zum Gebrauche fertig und es wird mit zwei oder drei Zellen der Daniell'schen Batterie und einer Messing-Anode darauf gewirkt. Auf solche Weise können auch Legirungen von Gold und Kupfer oder Gold und Silber niedergeschlagen werden. Der Verf. vermuthet, das ächte Messing sey eine bestimmte chemische Verbindung, hält es aber für möglich, daß die Anode, welche von käuflichem Messing ist, die ächte Legirung plus einem Zinküberschuß, die davon erzeugte Lösung daher eine gewischte ist, welche aus Cyankalium-Messing und Cyankalium-Zink besteht. Diese Lösung zersezt sich sehr leicht und darf folglich nur kurz vor dem Gebrauche angefertigt werden. Der Verf. zeigte der British Association for the Advancement of Science viele Proben von mit Messing überzogenem Kupfer und andern Metallen vor. Er hält es für möglich, den Charakter einer niederzuschlagenden Legirung innerhalb gewisser Gränzen zu bestimmen und Gold und Silber von bestimmten Gehalt niederzuschlagen. (Chemical Gazette 1845, No. 67.)

Anwendung geäzter Daguerreotypplatten zu naturgeschichtlichen Illustrationen.

Hr. Goadby hielt in einer Versammlung der British Association for the Advancement of Science einen Vortrag über Fizeau's Verfahren die Daguerreotypplatten zu äzen und Abdrüke davon zu machen (polytechn. Journal Bd. XCIII S. 315), auf welches sich Hr. Claudet in England ein Patent vertheilen ließ. Lezterer wandte dieses Verfahren mit sehr gutem Erfolg zu naturgeschichtlichen Abbildungen an, indem er mehrere sehr zarte und schwierige anatomische Zergliederungen niederer Thiergattungen, namentlich des Nervensystems der Aplysia (des Seehasen. Fam. Dachkiemenschneken) und Tritonia (Fam. Vielkiemenschneken) und der in ihrer natürlichen Stellung befindlichen (in situ) Ernährungsorgane einer Raupe nach der Natur aufnahm und äzte. Diese Präparate sowohl, als ihre Abbildungen wurden von Hand zu Hand herumgegeben. (Chemical Gazette, 1845, Nr. 67.)