Text-Bild-Ansicht Band 79

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findet die Verbrennung ebenfalls ohne Rauch statt, aber mit sehr schwachem Licht, indem die Bestandteile auf einmal mit dem Sauerstoff der Luft in Verbindung treten, ohne daß zuvor der Kohlenstoff aus seiner Verbindung mit dem Wasserstoff befreit worden wäre. Es ist daher einleuchtend, daß wenn Gas leuchten soll, es in der Art verzehrt werden muß, daß eine Zersezung dabei stattfindet; daß es nicht wirklich als ein Kohlenwasserstoff verbrennen darf, indem seine Bestandtheile auf einmal und in demselben Augenblike in Verbindung mit dem Sauerstoff treten, sondern daß sich der Wasserstoff zuerst mit dem Sauerstoff verbinden, und den Kohlenstoff in Freiheit sezen muß, welcher sich dann erst mit dem Sauerstoff verbindet; und dieß wird durch die gehörige Zulassung der Luft erreicht. Daher kömmt es, daß nicht nur allein verschiedene Brenner bei gleicher Gasconsumtion sich durch die Stärke des von ihnen ausgesandten Lichtes unterscheiden, sondern daß sogar gleiche Brenner unter verschiedenen Umständen in ihrer Leuchtkraft verschieden sind.

Die Richtigkeit dieser Beobachtungen wurde in einer interessanten Abhandlung der DD. Christison und Turner im Edinburgh Philosophical Journal 1825 (polytechn. Journal Bd. XVIII. S. 465) vollkommen genügend dargethan. In einer Reihe von Versuchen über die Leuchtkraft des Steinkohlengases und des Oehlgases begriffen, fanden sie sich auch veranlaßt, die auf die Ausstrahlung des Lichtes einwirkenden Umstände – als die Höhe der Flamme, die besondere Form des Brenners, so wie die des Glascylinders – zu untersuchen, indem ihre Versuche sich hauptsächlich auf Argand'sche Brenner bezogen. In Hinsicht auf die Länge der Flamme fanden sie, daß das Licht nicht immer im Verhältniß zur Consumtion stand, selbst bei Anwendung eines und desselben Brenners. So war, wenn man einen 3 Zoll langen Flammenstrahl zum Maaßstab nahm, und sein Licht und seine Consumtion = 100 sezte, das für gleiche Kosten erzeugte Licht bei einer Flamme von 2 Zoll 100, von 3 Zoll 109, von 4 Zoll 131, von 5 Zoll 150, von 6 Zoll 150.

Bei diesen Versuchen wurde durch Verlängerung der Flamme gewöhnlich auch die Gasconsumtion vergrößert, aber das Licht verstärkte sich dann in einem größern Verhältniß. Bei einer Länge von 5 Zoll verhielt sich das Licht wie 150 zu 100, mit andern Worten, man hatte einen Gewinn von 50 Proc. Ueber diese hinaus war bei der weitern Verlängerung der Flamme kein Gewinn mehr.

Dasselbe fand bei den Argand'schen Brennern, und zwar in einem noch größern Verhältnisse statt. So war bei einem Brenner mit fünf Löchern das Licht bei gleicher Gasconsumtion für eine Flamme von 1/2 Zoll 100, von 1 Zoll 282, von 2 Zoll 560; von 3 Zoll