Text-Bild-Ansicht Band 79

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welche von diesen Versuchen gemacht werden können, und werde mich darüber erst nach Darstellung der über die Heizkraft des Gases angestellten Versuche aussprechen. Nur die einzige Bemerkung möge hier Plaz finden, daß nach den oben mitgeteilten Resultaten der Argand'sche Brenner, wenn es sich nur um Beleuchtung handelt, hinsichtlich des Gasverbrauchs bei weitem die größte Ersparniß gewährt. Was die Art der Argand'schen Brenner betrifft, scheint die jezt gebräuchliche, mit 24 Löchern von 1/40 Zoll dem Zweke besser als jede andere bisher empfohlene zu entsprechen; aber die Weite der Oeffnung muß je nach der Leuchtkraft des Gases etwas erweitert oder verkleinert werden. Viel hängt natürlich auch von der Höhe der Flamme und der Gestalt des Zugglases ab. Im Allgemeinen soll die Flamme so beschaffen seyn, daß das Gas ohne Rauch und ohne daß die Flamme eine dunkle Farbe annimmt, verbrennt, was bei ungefähr 3 Zoll der Höhe stattfindet. Das Zugglas soll der Luft gehörigen Zutritt gewähren, jedoch auch nicht im Uebermaaß, weil sonst das Gas vor seiner Verbrennung nicht zersezt wird und daher nicht vorteilhaft verbrennt, worüber ich übrigens auf die Abhandlung der HHrn. Christison und Turner verweisen muß.

Zu andern Zweken verdient der Fledermausflügel und der Fischschwanz vorgezogen zu werden, wie z.B. wo Zuggläser nicht wohl angewandt werden können, wie in Läden und Fabriken. Was den einzelnen Strahlbrenner betrifft, so ist dieser offenbar die unvortheilhafteste Vorrichtung. Wo man keines großen Lichts bedarf, wende man statt eines einzelnen Strahls einen Brenner mit 3 Oeffnungen an, die in einer Linie und einander nahe angebracht sind, weil man bei einem solchen, um dasselbe Licht wie mit einem Strahl zu erhalten, weniger Gas bedarf.

II. Vergleichende Untersuchung der Heizkraft der Gasbrenner.

Ich habe schon erwähnt, daß bei der Anwendung des Gases zur Beleuchtung es nicht genügt, daß es vollkommen verzehrt wird; es muß auch der Zutritt der Luft gehörig regulirt werden, damit die schon öfters erwähnte notwendige Zersezung des Kohlenwasserstoffgases stattfinden kann, durch welche das weiße Licht erzeugt wird. Es dringt sich deßhalb die Frage auf, ob die Heizkraft demselben Geseze unterworfen ist; oder ob, wenn das Gas vollständig consumirt wird, die entwikelte Hize dieselbe ist, gleichviel, ob vorher eine Zersezung des Gases stattfindet oder nicht? Ich fand es nothwendig, dieß vorher zu untersuchen, denn wenn die Heizkraft nicht demselben