Text-Bild-Ansicht Band 81

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enthält, wurde im Junius 1838 vor der Petersburger Akademie gelesen.17) Der Inhalt dieses Berichts ist kurz folgender:

Das Problem, welches ich zu lösen suchte, kann folgendermaßen aufgestellt werden. Wenn ein Kern von weichem Eisen und eine Volta'sche Batterie von gewisser Oberfläche gegeben sind: in wie viel Elemente muß diese Oberfläche getheilt werden? wie dik muß der den Eisenkern umgebende Draht seyn, und endlich, wie viel Windungen muß dieser machen, um den größten Betrag von Magnetismus hervorzubringen? Ich will mich hier nicht darüber auslassen, auf welche Weise wir verfuhren, oder welchen Grad von Sicherheit die nach unseren Beobachtungen aufgestellten Geseze besizen. Die einzelnen Geseze sind folgende:

1) Die Stärke des in weichem Eisen durch galvanische Ströme erregten Magnetismus ist proportional der Kraft dieser Ströme. – 2) Die Dike des in Gestalt einer Schraube den Eisenstab umgebenden Drahtes ist durchaus gleichgültig, vorausgesezt, daß die Schraube stets eine gleiche Zahl von Gängen habe und der Strom stets von gleicher Stärke sey. Dieß Gesez gilt auch für den Fall, daß statt der Drähte Streifen von Kupfer genommen werden. Dessen ungeachtet muß ich bemerken, daß es, um einen Strom von gleicher Stärke zu erhalten, nöthig ist, einen Volta'schen Apparat von größerer Kraft zu gebrauchen, sobald dünne Drähte, die einen größern Widerstand darbieten, angewandt werden. – 3) Bleibt der Strom sich gleich, so kann, in der Mehrzahl der praktischen Fälle, der Einfluß des Durchmessers der Schraube vernachlässigt werden. – 4) Die gesammte Wirkung der elektromagnetischen Schraube auf den Eisenstab ist gleich der Summe der Wirkungen, die jede Windung einzeln ausübt.

Mit Hülfe dieser Geseze und der Ohm'schen Formel haben wir eine Formel aufgestellt, die alle zur Erlangung des Maximums von Magnetismus erforderlichen besonderen Umstände umfaßt und in folgender äußerst einfachen Weise ausgedrükt werden kann: das Maximum des Magnetismus wird immer erhalten, wenn der gesammte Widerstand des die Schraube bildenden Leitungsdrahtes gleich ist dem gesammten Widerstande der Säule. Bezogen auf das von Faraday entdekte merkwürdige Gesez der festen Wirkung des galvanischen Stromes, ergibt sich, daß der Magnetismus des weichen Eisens, dividirt durch den Zinkverbrauch, eine Größe, die wir den ökonomischen Effect nennen, in Bezug auf das Maximum dieses Magnetismus eine constante Größe ist oder ein Ausdruk, in den weder die Dike der Drähte, noch die

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Vergl. Poggend. Annal. Bd. XLVII. S. 225 und 401.