Text-Bild-Ansicht Band 82

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durch eine eiserne Röhre gestekt, welche an einigen Stellen der Linie in den Boden eingegraben ist, an andern Stellen über denselben sich erhebt.“

Lord Granville bemerkt hiebei: „Gesezt, die Great-Western-Eisenbahn wäre zwischen London und Bristol fertig, halten Sie es für möglich, Ihren Telegraphen auf dieser ganzen Streke in Ausführung zu bringen, so daß Sie von London nach Bristol und umgekehrt von Bristol nach London jede beliebige Nachricht signalisiren könnten?“ Professor Wheatstone erwiedert: „der Versuch wurde bis jezt noch nicht gemacht, doch habe ich alle Ursache zu glauben, daß dieses ausführbar ist. Ein sehr wichtiger Umstand, wovon ich mich überzeugt habe, ist der geringe Kraftaufwand, welcher zur Erreichung dieses Zweks erforderlich ist. Man glaubte früher, daß zur Sendung eines Stroms auf eine beträchtliche Entfernung eine sehr starke Batterie angewendet werden müsse; in der That aber ist eine ganz schwache Batterie hinreichend, wenn sie nur aus einer zur Entfernung im Verhältniß stehenden Anzahl Elementen besteht. So weit meine Versuche reichen, denke ich im Stande zu seyn, eine telegraphische Communication zwischen Bristol und London zu effectuiren. Möglicher Weise sind mehrere Stationen erforderlich, jedoch können allem Anscheine nach die Stationen in weit größerer Entfernung von einander angeordnet seyn, als dieß bei einem gewöhnlichen Telegraphensystem nöthig wäre; ich glaube indessen, daß gar keine Zwischenstationen nöthig seyn werden.“

Hr. Loch stellt die Frage, ob in der Transmission einer Nachricht von der Paddington-Station nach dem äußersten Ende der Linie. n welcher der Telegraph gegenwärtig aufgestellt ist, irgend ein merkbarer Zeitverlust stattfinde? Professor Wheatstone: „Einige vor mehreren Jahren angestellte Versuche, welche ich in den Philosophical Transactions veröffentlichte, als zuerst meine Aufmerksamkeit auf die Möglichkeit der Herstellung galvano-telegraphischer Verbindungen hingelenkt wurde, haben erwiesen, daß die Elektricität einen Kupferdraht mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 200,000 Meilen in der Secunde durchlaufe; demnach kann bei der Communication auf elektrischem Wege kein Zeitverlust wahrnehmbar seyn; den einzigen Zeitverlust würde etwa der Aufenthalt einer Depesche an den Stationen, wenn solche nöthig seyn sollten, veranlassen.“

Chairman: „Könnten Sie auf diese Weise zwischen Dover und Calais eine Communication herstellen? – Ich halte es für vollkommen ausführbar.“

Professor Wheatstone fügt noch folgende Bemerkungen bei:

„Ein elektrischer Telegraph bietet in Vergleich mit einem gewöhnlichen