Text-Bild-Ansicht Band 89

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in einem irdenen Tiegel bis zur vollständigen Zersezung, so erhält man ein schönes grünes Chromoxydul, welches sich sowohl zur Oehlmalerei, als auf Porzellan eignet; 100 Theile geben 30–35 Proc. nach erster Angabe und 40–45 Proc. nach zweiter.

Glüht man anderthalb Chlorchrom, welches man am leichtesten durch Auflösen des Chromoxydhydrats in Chlorwasserstoffsäure darstellt, indem die grüne Auflösung zur Trokne verdunstet wird (ein zartes rosenrothes Pulver), so erhält man ebenfalls ein ausgezeichnet schönes Grün, doch dürfte diese Methode zu kostspielig seyn.

Frick's Methode (Erdmann's Journal Bd. XV, S. 102, und Poggendorff's Annalen Bd. XIII, S. 494) war unter den früheren Methoden, vorzüglich für Fabriken, wo chromsaures Kali im Großen gefertigt wurde, die vortheilhafteste; man kochte die klaren Laugen, welche durch Zersezung des Chromeisensteins vermittelst Salpeter erhalten wurden, mit Schwefelblumen, bis sich kein Chromoxydul mehr absezte; der erhaltene Niederschlag wurde sorgfältig ausgewaschen, in verdünnter Schwefelsäure aufgelöst, von dem zurükbleibenden Schwefel durch Filtriren befreit, mit kohlensaurem Natron gefällt, ausgewaschen, getroknet und geglüht. 100 Theile schwedischer Chromeisenstein geben 25–26 Proc.

Berthier (Dingler's polyt. Journal Bd. VI S. 444) glüht chromsaures Kali mit Kienruß, wäscht aus, um das sich gebildet habende kohlensaure Kali zu entfernen, und glüht wieder. Es gibt ein schönes, aber sehr dunkles Grün; da derselbe jedoch kein Verhältniß angibt, machte ich eine Reihe von Versuchen sowohl mit Kohle als auch mit Zuker und rohem Weinstein. Von ersterer erhielt ich stets dunkle Farben, und fand das Verhältniß von 4 doppelt-chromsaurem Kali und ¾ Kienruß, den ich vorher mit Spiritus angefeuchtet hatte, und mit dem fein gepulverten Kali gemischt, am vortheilhaftesten; ich erhielt 45 Proc. Chromoxydul; Zuker gab nicht mehr, allein Weinstein im Verhältniß von 4 chromsaurem Kali zu ¼ gab 46–48, auch einmal 50 Proc., und waren die Farbennüancen durchgehends viel schöner und heller, als nach Berthier's Angabe.

Mengt man gleiche Theile chromsaures Kali mit Schwefelblumen und zündet das Gemenge mit einer glühenden Kohle an, so erfolgt ein langsames Verbrennen (das Chromkali wirkt hier wie der Salpeter); man laugt den Rükstand aus, bis keine Spur von Schwefelsäure und Schwefelkalium mehr vorhanden, und glüht stark aus. Das erhaltene Oxydul war gräulich-grün und lieferte nur 38–40 Proc.

Barian in Prag machte in einer kleinen Broschüre zuerst auf die Anwendung des Kartoffelstärkmehls als Reduktionsmittel aufmerksam;